In diesem Beitrag gebe ich* Ihnen einen Einblick in meine Säule 3a. Ich sage Ihnen, seit wann ich eine Säule 3a habe, wie ich anlege und warum? Und einiges mehr.

*Philipp Zumbühl, Projektverantwortlicher bei finpension

Seit wann ich eine Säule 3a habe

Früher hat mich alles andere interessiert als die Vorsorge. Ich habe das Geld anders ausgegeben. Ferien, Freizeit und mit Freunden in den Ausgang gehen. Neben Studium und Weiterbildungen blieb nicht viel Platz zum Sparen. Und wenn ich mal über eine längere Zeit 100 Prozent gearbeitet und verdient habe, wollte ich das Geld nicht in die Vorsorge stecken. Ich wollte frei bleiben und auf das Geld zugreifen können, wenn es nötig ist. Also habe ich auf die Einzahlungen in die Säule 3a verzichtet. So konnte ich es mir auch leisten, eine Arbeitsstelle zu kündigen, wenn ich merkte, dass es nicht das Richtige war, ohne gleich in ein finanzielles Loch zu fallen.

Erst nach diesen Lehr- und Wanderjahren habe ich begonnen, in die Säule 3a einzuzahlen. Ich lernte meine jetzige Frau kennen. Seither zahlen wir beide praktisch jedes Jahr in die Säule 3a ein. Unsere Perspektiven haben sich verändert. Wir haben eine Familie gegründet und mittlerweile vier Kinder. Unser Horizont wurde langfristiger. Heute geht es darum, unseren Kindern eine gute Basis für ein gutes Leben zu geben. Und dazu passt auch die Säule 3a. Freiheit und Unabhängigkeit sind mir nach wie vor wichtig. Aber Stabilität hat an Wert gewonnen.

Wie ich meine Säule 3a anlege

Es mag Sie nicht überraschen, wenn ich Ihnen sage, dass ich meine Säule 3a mit unserer 3a-Wertschriften-App in Aktien investiere. Aber wie kam es dazu und warum bin ich überzeugt, dass es das Richtige ist, seine Säule 3a in Wertschriften zu investieren?

Als ich mit der Säule 3a begann, zahlte ich das Geld auf ein Konto ein. Meine einzige Motivation war der Steuerabzug. Wenn ich den kriegte, war ich zufrieden. Zwar habe ich auch die Zinsen auf 3a-Konti verglichen. Aber schon damals gab es nicht mehr wirklich viel Zins.

Eine Anlage in Vorsorgefonds fand ich zwar damals schon interessant, aber die hohen Kosten der Vorsorgefonds schreckten mich ab. Ich fand es einfach nicht Okay: Wenn ich das Risiko trage, will ich auch den Ertrag haben. Klar, etwas Weniges darf es ja schon kosten, aber nicht ein bis zwei Prozent und das Jahr für Jahr.

Für mich war diese Situation schlicht nicht befriedigend. Eine Anlage der Säule 3a kam mir damals wie folgt vor: Ich investiere und trage das Risiko. Die Hälfte des Ertrags muss ich der Bank abliefern, die aber kein Risiko trägt. Das fand ich einfach nicht fair. Also liess ich es bleiben.

Mit dem ersten neuen 3a-Anbieter bin auch ich eingestiegen

Dann kam der erste neue 3a-Anbieter – sie können ahnen, wen ich meine, aber aus geschäftspolitischen Gründen nicht nennen will 😉 –, der die Banken herausforderte. Und ich war dabei. Endlich die Säule 3a in Aktien investieren, ohne das blöde Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden.

Der Zeitpunkt für das Investment spielte mir dabei keine Rolle. Über den Zeitpunkt wollte ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Da glaube ich auch etwas ans Schicksal und dass es einem im Leben nicht weiterbringt, wenn man zaudert.

Ich habe es mir so zurechtgelegt: Ich wähle den Zeitpunkt nicht aktiv, sondern lasse ihn durch andere Faktoren (fremd-)bestimmen. In meinem Fall war der Faktor, dass sich die Bedingungen verbessert haben. Endlich konnte man seine Säule 3a günstig in Wertschriften investieren.

Diese Sichtweise hilft mir heute noch, es gelassener zu nehmen. Sie hat den folgenden Vorteil: Wenn es sich nachträglich als der falsche Investitionszeitpunkt herausstellen sollte, ist es Pech und nicht Unvermögen. Pech kann man im Leben haben. Unvermögen ist weniger gut erträglich. Also versuche ich mich gar nicht erst im Market-Timing. Zudem: In der Regel gleicht sich Pech über die Zeit aus. Man hat ja nicht immer Pech. Manchmal vielleicht schon. Manchmal hat man aber auch Glück. Über das gesamte Leben gesehen, ist es also gar nicht so relevant.

Zudem gibt es so viele Entscheidungen im Leben, die viel gravierendere Auswirkungen haben können. Blöde gesagt, wenn ich mich scheiden lassen würde, wäre das (auch) finanziell ein viel grösserer Verlust. Auch von diesem Gesichtspunkt her sollte man sich also andere Gründe suchen, warum man genau jetzt investiert, und nicht, weil man denkt, dass genau jetzt die Märkte steigen werden. Meine Meinung.

Vor rund einem Jahr konnten wir ein Eigenheim kaufen

Nach sieben Jahren in einer alten 4 1/2-Zimmerwohnung verdichteten sich die Anzeichen, dass wir eine neue Wohnung brauchten. Ich fand das Zehn-Quadratmeter-Zimmer unserer vier Kinder zwar noch cool. Immer wieder erstaunlich, wie tief Kinder schlafen können. Da konnte direkt neben dem Bauernhaus ein Blitz einschlagen, uns hatte es nahezu aus dem Bett geworfen, und die Kinder schliefen steinknüppelhart weiter.

Aber mittelfristig brauchte es trotzdem eine Lösung. Wenn es irgenwie möglich war, wollten wir was kaufen. Ich merkte, dass die Anlage der Säule 3a nicht mehr das richtige war. Irgendwie passte es nicht mehr zu unserem Wunsch, eventuell was zu kaufen. Also liess ich die Wertschriften liquidieren und gewann so etwas an Planungssicherheit.

Rund ein halbes Jahr später klappte es mit dem Eigenheim. Die Säule 3a haben wir seither verpfändet. Und auf einen Schlag änderte sich mein Anlagehorizont wieder. Plötzlich hatten wir wieder einen richtig langen Anlagehorizont. Und für mich war klar, dass ich die Säule 3a bei der nächsten Gelegenheit wieder investieren möchte. Wann das genau sein sollte, war für mich auch schon klar: Sobald wir unsere eigene 3a-Lösung von finpension lancieren konnten.

Es gab auch einen anderen Grund, warum ich es bei meinen alten 3a-Anbieter nicht mehr investieren wollte. Mittlerweile habe ich erfahren, dass dieser Anbieter eine Gebühr auf dem Fremdwährungswechsel verlangt. Obwohl ich eine Finanzausbildung genoss, war mir das nicht bewusst. Also entschied ich mich zu warten, bis wir bei finpension selber so weit waren. Im Herbst 2020 war es dann so weit. Seither ist meine Säule 3a wieder in Aktien investiert. Und dies, obwohl sie zugunsten unserer Hypothek verpfändet ist.

Ein verpfändetes 3a-Konto zu investieren, birgt natürlich gewisse Risiken. Wenn die Märkte in die falsche Richtung gehen, könnte die Bank verlangen, dass man zusätzliche Deckungen bringt. Da wir aber ohnehin vorhaben, zusätzlich zur Amortisation der Hypothek in die Säule 3a einzuzahlen, ist das Risiko doch relativ überschaubar. Oder anders gesagt, ein Wertverlust wäre relativ rasch wieder aufgefüllt durch neue 3a-Einzahlungen.

Mittlerweile haben wir drei 3a-Konten in Aktien investiert

Mittlerweile haben wir alle unsere 3a-Konten investiert. Für den Transfer des einen Kontos meiner Frau gab es eine dreimonatige Kündigungsfrist, was uns im positiv laufenden Markt etwas Performance gekostet hatte. Aber auch das ist langfristig gesehen nicht wirklich relevant.

Meine Frau und ich haben beide einen Anlagehorizont von knapp 30 Jahren. Wir haben nicht vor, die Säule 3a noch vorzubeziehen. Deshalb fahren wir einen maximalen Aktienanteil. Mit Gewissheit wird es in diesen 30 Jahren zwei, drei grosse Krisen geben. Aber das Leben muss ja irgendwie weitergehen. Davon bin ich überzeugt.

Das, wovor die Staaten am meisten Angst haben, ist eine hohe Arbeitslosigkeit. Wenn die Leute nichts zu tun haben, machen sie Probleme. Also versucht man mit allen Mitteln, dass die Wirtschaft am Laufen bleibt und pumpt Geld ins System. Das ist die Lösung, die aus gesellschaftlicher Sicht am wenigsten schlecht ist. Aus ökonomischer Sicht gäbe es schon Alternativen zur Krisenbewältigung, die sind aber richtig hart für die Bevölkerung. Und davor schrecken die Politiker zurück. Soweit meine persönliche Sicht auf die Wirtschaft.

Was ich an der Säule 3a so interessant finde, sind die steuerfreien Erträge. Im Mai 2021 wurden erstmals die Dividenden gutgeschrieben. Die Dividendenrendite ist zwar nicht riesig, sie liegt aber immerhin noch bei 1.8 Prozent. Deutlich mehr als wir für die Hypothek bezahlen und wie bereits gesagt steuerfrei.

Wann wir einzahlen?

Einzahlungen tätigen wir sobald möglich. Der Kauf des Eigenheims hat unsere Liquidität etwas strapaziert, weshalb wir aktuell nicht bereits Anfang Jahr einzahlen können. Sobald sich unsere finanzielle Situation wieder verbessert hat, werden wir einen neuen externen Faktor haben, der den Zeitpunkt der Einzahlung bestimmt: Der Jahresanfang.

Bis es so weit ist, bestimmt die Liquidität den Investitionszeitpunkt in die Säule 3a. Aber das Ziel ist klar, jedes Jahr zwei Mal das Maximum einzahlen zu können, einmal ich und einmal meine Frau. So können wir die negativen steuerlichen Auswirkungen des Eigenheims etwas abfedern. Denn das Eigenheim führt auch bei uns aufgrund des Eigenmietwertes zu einem deutlich höheren steuerbaren Einkommen.

Fortsetzung folgt…