Kurzfassung:

  • Zentrale Bedingung ist ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.
  • Ehepartner und eigetragene Partner dürfen beide den maximal möglichen Betrag einzahlen, wenn beide erwerbstätig sind.
  • Es reicht nicht aus, wenn man einzig AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige leistet.
  • Auch reicht es nicht aus, wenn man nur über anderes Einkommen verfügt, zum Beispiel Mieten, Zinsen oder Dividenden.
  • Einzahlen kann man ab dem Jahr, in dem man 18 Jahre alt wird und maximal fünf Jahre über das ordentliche Rentenalter hinaus (letzteres unter dem Nachweis, dass man weiterhin erwerbstätig ist).

Spezialfälle:

  • Arbeitslose dürfen einzahlen. ALV-Taggelder gelten als Ersatzeinkommen.
  • Eine Invalidenrente ist kein Ersatzeinkommen. IV-Rentner dürfen nur einzahlen, wenn Sie zusätzlich zur Teil-IV-Rente ein AHV-pflichtiges Rest-Erwerbseinkommen haben.
  • Auch nach einer Frühpensionierung ist eine Einzahlung in die 3. Säule möglich. Bedingung: Ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen (aus einem Nebenerwerb).
  • Echte Grenzgänger, die in der Regel täglich nach Deutschland zurückkehren, dürfen nicht in die Säule 3a einzahlen.
  • Grenzgänger zu Deutschland, die in der Schweiz Wochenaufenthalter sind, oder Grenzgänger zu Österreich dürfen in die Säule 3a einzahlen. Sie müssen den Steuerabzug aber selber beim zuständigen kantonalen Steueramt geltend machen. Diese müssen bis Ende März des Folgejahres ein Gesuch um Tarifkorrektur einreichen. Dann wird die Steuerdifferenz zurückerstattet.
  • Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung C dürfen in die Säule 3a einzahlen, wenn ihrem Lohn Quellensteuern abgezogen werden. Sie müssen den Steuerabzug jedoch selber geltend machen (Frist bis 31. März des Folgejahres).
  • Wer seinen Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren erhält, darf nicht in die Säule 3a einzahlen. Es kann kein Abzug in der Steuererklärung gemacht werden.

Maximalbetrag:

Bedingung: AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen

Falls Sie in die Säule 3a einzahlen wollen, müssen Sie über ein Erwerbseinkommen verfügen. Das heisst, Sie müssen einer bezahlten Arbeit nachgehen, ob nun als Selbstständigerwerbender oder als Angestellter sei vorerst dahingestellt. Wird für dieses Erwerbseinkommen auch noch AHV-Beiträge abgerechnet, dann ist die Bedingung erfüllt und Sie können in die Säule 3a einzahlen und die Einzahlung vom steuerbaren Einkommen absetzen.

Falls Sie nicht erwerbstätig sind, also keiner bezahlten Arbeit nachgehen, können Sie keine Einzahlung in die Säule 3a vornehmen. Es reicht nicht aus, wenn Sie lediglich AHV-Beiträge leisten, um fehlende Beitragsjahre in der AHV zu vermeiden (Beiträge für Nichterwerbstätige).

Auch reicht es nicht aus, wenn Sie einzig über ein Einkommen aus Mieten, Dividenden oder Zinsen verfügen. Sie müssen über ein Einkommen verfügen, dass aus einer Erwerbstätigkeit stammt und wofür AHV abgerechnet wird. Bei der Frage, ob Sie einzahlen dürfen, spielt die Höhe des AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens grundsätzlich keine Rolle. Die Höhe spielt erst dann eine Rolle, wenn es um die Frage geht, wie viel Sie maximal einzahlen dürfen.

Frühestmöglicher Beginn und spätestmögliches Ende der 3. Säule

Erstmals in die Säule 3a einzahlen kann man dann, wenn man selbst steuerpflichtig ist. Steuerpflichtig wird man in der Schweiz mit 18 Jahren. Ab dem Jahr, in dem man 18 Jahre alt wird, kann man in die 3. Säule einzahlen, vorausgesetzt man erzielt ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.

Falls man nachweislich über das ordentliche Rentenalter hinaus erwerbstätig ist, kann man die Säule 3a für maximal fünf Jahre weiterführen. Während dieser Zeit kann man weiterhin Einzahlungen vornehmen.

Spezialfälle

Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos sind und Taggeld der ALV beziehen, können Sie weiterhin in die Säule 3a einzahlen. Die Arbeitslosentaggelder gelten als Ersatz für das erforderliche Erwerbseinkommen.

Falls ihr Taggeld 81.90 Franken pro Tag übersteigt, sind Sie obligatorisch über die BVG-Auffangeinrichtung (2. Säule) für die Risiken Tod und Invalidität versichert. In diesem Fall dürfen Sie den Maximalbetrag der kleinen Säule 3a einzahlen. Die effektive Einzahlung darf jedoch Ihre Erwerbseinkünfte (inkl. Taggelder) im betreffenden Jahr nicht übersteigen.

Wenn sie ausgesteuert sind und im betreffenden Jahr keine Arbeitslosengelder mehr erhalten (haben), dürfen Sie nicht mehr in die Säule 3a einzahlen. Das heisst aber auch, dass Sie im laufenden Jahr noch einzahlen können, wenn Sie erst im Laufe des Jahres ausgesteuert wurden.

Bezug einer Invalidenrente

Die Invalidenrente gilt im Gegensatz zum ALV-Taggeld nicht als Ersatzeinkommen. Sie können also nur in die Säule 3a einzahlen, falls Sie zusätzlich zur IV-Rente über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen. Den Maximalbetrag, den Sie einzahlen dürfen hängt davon ab, ob Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind oder nicht.

Frühpensionierung

Wenn Sie trotz Frühpensionierung über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen, können Sie weiterhin in die Säule 3a einzahlen. Wie viel Sie maximal einzahlen dürfen, ist davon abhängig, ob Sie weiterhin Pensionskassenbeiträge bezahlen oder nicht.

Grenzgänger Deutschland / Schweiz

Es gilt zu unterscheiden zwischen Grenzgängern, die in der Regel täglich an Ihren Wohnsitz in Deutschland zurückkehren (maximal für 60 Arbeitstage pro Jahr ohne Rückkehr an Hauptwohnsitz) und Grenzgängern, die nur am Wochenende nach Deutschland zurückkehren (mehr als 60 Arbeitstage pro Jahr ohne Rückkehr an Hauptwohnsitz).

Erstere gelten als echte Grenzgänger. Sie sind in der Schweiz lediglich untergeordnet steuerpflichtig. Auf ihrem Einkommen wird zwar auch eine Steuer (maximal 4.5 %) abgezogen, diese Steuer wird aber an die in Deutschland zu zahlende Steuer angerechnet. Die Hauptsteuerpflicht für den in der Schweiz erwirtschafteten Lohn ist in Deutschland. Deshalb können echte Grenzgänger keine Einzahlungen in die 3. Säule der Schweiz vornehmen. Als Alternative bietet sich eine deutsche Grenzgänger-Direktversicherung an.

Letztere gelten als Wochenaufenthalter in der Schweiz. Ihr Einkommen ist in der Schweiz voll steuerbar. Da sich aber ihr Hauptwohnsitz nach wie vor in Deutschland befindet und damit der Schweizer Staat auf Wochenaufenthalter keinen Zugriff hat, kommt die Besteuerung an der Quelle zur Anwendung. Das heisst, bevor der Lohn ausbezahlt wird, muss der Arbeitgeber dem Lohn die Schweizer Quellensteuer abziehen und diese dem Kanton abliefern. Deutsche Wochenaufenthalter in der Schweiz können in die 3. Säule einzahlen, sie müssen aber den Steuerabzug selbst geltend machen. Sie müssen beim zuständigen kantonalen Steueramt bis spätestens Ende März des Folgejahres eine Tarifkorrektur verlangen.

Grenzgänger Österreich / Schweiz

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Österreich kennt keinen Grenzgängerstatus. Demnach ist der in der Schweiz erzielte Lohn voll in der Schweiz steuerbar. Auch hier kommt die Quellensteuer zur Anwendung, weshalb Einzahlungen in die 3. Säule möglich sind. Wie bereits beim deutschen Wochenaufenthalter in der Schweiz muss der Steuerabzug aber selbst geltend gemacht werden. Macht man dies bis spätestens am 31. März des Folgejahres, erfolgt eine nachträgliche Korrektur der Quellensteuer. Die Steuerersparnis wird zurückerstattet.

Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung C

Ausländische Arbeitskräfte, die in der Schweiz angestellt sind und (noch) keine Niederlassungsbewilligung C haben, können in die 3. Säule einzahlen, falls dem Lohn die Quellensteuer abgezogen wird. Den Steuerabzug müssen sie aber selbst bis am 31. März des Folgejahres beim zuständigen kantonalen Steueramt beantragen. Dem Gesuch muss die Bescheinigung der Vorsorgestiftung über die Einzahlung beigelegt werden. So erhält man die Differenz zur bezahlten Quellensteuer zurückerstattet.

Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren

Wird Ihr Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren abgerechnet? Dann können Sie leider keine Beiträge in die Säule 3a leisten.

Begründung: Im vereinfachten Abrechnungsverfahren werden sämtliche Sozialleistungen und auch die Einkommenssteuern (pauschale Steuer von 5 %) bereits vor der Auszahlung dem Lohn abgezogen. Das Einkommen, das so abgerechnet wird, muss zwar trotzdem in der Steuererklärung aufgeführt werden, es wird aber nicht mehr zum steuerbaren Einkommen dazugezählt (rein deklarativen Charakter für andere Berechnungen wie zum Beispiel Prämienverbilligungen). Da das im vereinfachten Abrechnungsverfahren erzielte Einkommen nicht zum steuerbaren Einkommen hinzugezählt wird, kann in der Steuererklärung auch kein Abzug für Beiträge in die Säule 3a geltend gemacht werden.

Auch eine nachträgliche Tarifkorrektur wird nicht gewährt, wie man sie bei Grenzgängern zu Deutschland mit Wochenaufenthalt in der Schweiz, Grenzgängern zu Österreich oder Ausländern ohne Niederlassungsbewilligung C kennt.

Was passiert, wenn man einzahlt, obwohl man nicht hätte einzahlen dürfen?

Die Motivation in die 3. Säule einzuzahlen ist der Steuerabzug, den man auf der Einkommenssteuer erzielen kann. Machen Sie einen solchen Steuerabzug geltend, wird die Steuerbehörde prüfen, ob Sie überhaupt legitimiert waren, in die Säule 3a einzuzahlen. Wenn die Steuerbehörde merkt, dass Sie ohne Anrecht in die Säule 3a einbezahlt haben, werden Sie eine Mitteilung erhalten mit der Aufforderung, den einbezahlten Betrag wieder aus der Säule 3a zurückzufordern.

Wenn Sie die Einzahlung nicht zurückfordern, strafen Sie sich selbst. Denn beim Bezug von Vorsorgegeldern zahlen Sie immer eine reduzierte Steuer (Kapitalbezugssteuer). Wird der Steuerabzug bei der Einzahlung nicht anerkannt, lohnt sich die Säule 3a nicht.