Das wichtigste in Kürze

  • Zentrale Bedingung ist ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.
  • Es reicht nicht aus, wenn man nur über anderes Einkommen verfügt, zum Beispiel Mieten, Zinsen oder Dividenden.
  • Einzahlen kann man ab dem Jahr, in dem man 18 Jahre alt wird und maximal fünf Jahre über das ordentliche Rentenalter hinaus (letzteres unter dem Nachweis, dass man weiterhin erwerbstätig ist).

Spezialfälle

  • Ehepartner und eigetragene Partner dürfen beide den maximal möglichen Betrag einzahlen, wenn beide erwerbstätig sind.
  • Rentner, die ein Einkommen unter der AHV-Freigrenze erzielen, können trotzdem bis 69 bzw. 70 Jahre in die 3. Säule einzahlen.
  • Arbeitslose dürfen einzahlen. ALV-Taggelder gelten als Ersatzeinkommen.
  • Eine Invalidenrente ist kein Ersatzeinkommen. IV-Rentner dürfen nur einzahlen, wenn Sie zusätzlich zur Teil-IV-Rente ein AHV-pflichtiges Rest-Erwerbseinkommen haben.
  • Auch nach einer Frühpensionierung ist eine Einzahlung in die 3. Säule möglich. Bedingung: Ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen (aus einem Nebenerwerb).
  • Echte Grenzgänger, die in der Regel täglich nach Deutschland zurückkehren, dürfen nicht in die Säule 3a einzahlen.
  • Grenzgänger zu Deutschland, die in der Schweiz Wochenaufenthalter sind, oder Grenzgänger zu Österreich dürfen in die Säule 3a einzahlen. Sie müssen dazu eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragen (Frist bis 31. März des Folgejahres).
  • Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung C dürfen in die Säule 3a einzahlen, wenn ihrem Lohn Quellensteuern abgezogen werden. Wenn Sie nicht schon der nachträglichen ordentlichen Veranlagung unterstehen, müssen Sie ebenfalls eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragen. Ob sich eine nachträgliche ordentliche Veranlagung lohnt, sollte vorgängig geklärt werden, denn sie gilt für in der Schweiz ansässige auch für die Folgejahre.
  • Wer seinen Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren erhält, darf nicht in die Säule 3a einzahlen. Es kann kein Abzug in der Steuererklärung gemacht werden.
  • Auf dem Anteil des Verdienstes im Ausland kann man keinen Säule 3a-Abzug geltend machen.

Maximalbetrag

Zentrale Bedingung

AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen

Falls Sie in die Säule 3a einzahlen wollen, müssen Sie über ein Erwerbseinkommen verfügen. Das heisst, Sie müssen einer bezahlten Arbeit nachgehen, ob nun als Selbstständigerwerbender oder als Angestellter sei vorerst dahingestellt. Wird für dieses Erwerbseinkommen auch noch AHV-Beiträge abgerechnet, dann ist die Bedingung erfüllt und Sie können in die Säule 3a einzahlen und die Einzahlung vom steuerbaren Einkommen absetzen.

Falls Sie nicht erwerbstätig sind, also keiner bezahlten Arbeit nachgehen, können Sie keine Einzahlung in die Säule 3a vornehmen. Es reicht nicht aus, wenn Sie lediglich AHV-Beiträge leisten, um fehlende Beitragsjahre in der AHV zu vermeiden (Beiträge für Nichterwerbstätige).

Dividenden und Zinsen sind kein AHV-pflichtiges Einkommen

Auch reicht es nicht aus, wenn Sie einzig über ein Einkommen aus Mieten, Dividenden oder Zinsen verfügen. Sie müssen über ein Einkommen verfügen, dass aus einer Erwerbstätigkeit stammt und wofür AHV abgerechnet wird. Bei der Frage, ob Sie einzahlen dürfen, spielt die Höhe des AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens grundsätzlich keine Rolle. Die Höhe spielt erst dann eine Rolle, wenn es um die Frage geht, wie viel Sie maximal einzahlen dürfen.

Start und Ende der 3. Säule

Frühestmöglicher Beginn der 3. Säule

Erstmals in die Säule 3a einzahlen kann man dann, wenn man selbst steuerpflichtig ist. Steuerpflichtig wird man in der Schweiz mit 18 Jahren. Ab dem Jahr, in dem man 18 Jahre alt wird, kann man in die 3. Säule einzahlen, vorausgesetzt man erzielt ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.

Spätestmögliches Ende der 3. Säule

Falls man nachweislich über das ordentliche Rentenalter hinaus erwerbstätig ist, kann man die Säule 3a für maximal fünf Jahre weiterführen. Während dieser Zeit kann man weiterhin Einzahlungen vornehmen.

Spezialfälle

Ehepartner

Verheiratete oder Person, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, können beide in die 3. Säule einzahlen, sofern beide über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen.

Rentner

Ausnahmsweise kann es sein, dass Sie auf dem Erwerbseinkommen keine AHV bezahlen müssen und dennoch in die 3. Säule einzahlen dürfen. So zum Beispiel bei Rentnern, die weniger als 16’800 Franken im Jahr verdienen. Auf ihrem Einkommen wird zwar keine AHV abgerechnet, weil sie damit unter der Freigrenze liegen, im Prinzip ist es aber ein AHV-pflichtiges Einkommen.

Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos sind und Taggeld der ALV beziehen, können Sie weiterhin in die Säule 3a einzahlen. Die Arbeitslosentaggelder gelten als Ersatz für das erforderliche Erwerbseinkommen.

Falls ihr Taggeld 81.90 Franken pro Tag übersteigt, sind Sie obligatorisch über die BVG-Auffangeinrichtung (2. Säule) für die Risiken Tod und Invalidität versichert. In diesem Fall dürfen Sie den Maximalbetrag der kleinen Säule 3a einzahlen. Die effektive Einzahlung darf jedoch Ihre Erwerbseinkünfte (inkl. Taggelder) im betreffenden Jahr nicht übersteigen.

Wenn sie ausgesteuert sind und im betreffenden Jahr keine Arbeitslosengelder mehr erhalten (haben), dürfen Sie nicht mehr in die Säule 3a einzahlen. Das heisst aber auch, dass Sie im laufenden Jahr noch einzahlen können, wenn Sie erst im Laufe des Jahres ausgesteuert wurden.

Bezug einer Invalidenrente

Die Invalidenrente gilt im Gegensatz zum ALV-Taggeld nicht als Ersatzeinkommen. Sie können also nur in die Säule 3a einzahlen, falls Sie zusätzlich zur IV-Rente über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen. Den Maximalbetrag, den Sie einzahlen dürfen hängt davon ab, ob Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind oder nicht.

Frühpensionierung

Wenn Sie trotz Frühpensionierung über ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen verfügen, können Sie weiterhin in die Säule 3a einzahlen. Wie viel Sie maximal einzahlen dürfen, ist davon abhängig, ob Sie weiterhin Pensionskassenbeiträge bezahlen oder nicht.

Grenzgänger Deutschland / Schweiz

Es gilt zu unterscheiden zwischen Grenzgängern, die in der Regel täglich an Ihren Wohnsitz in Deutschland zurückkehren (maximal für 60 Arbeitstage pro Jahr ohne Rückkehr an Hauptwohnsitz) und Grenzgängern, die nur am Wochenende nach Deutschland zurückkehren (mehr als 60 Arbeitstage pro Jahr ohne Rückkehr an Hauptwohnsitz).

Erstere gelten als echte Grenzgänger. Sie sind in der Schweiz lediglich untergeordnet steuerpflichtig. Auf ihrem Einkommen wird zwar auch eine Steuer (maximal 4.5 %) abgezogen, diese Steuer wird aber an die in Deutschland zu zahlende Steuer angerechnet. Die Hauptsteuerpflicht für den in der Schweiz erwirtschafteten Lohn ist in Deutschland. Deshalb können echte Grenzgänger keine Einzahlungen in die 3. Säule der Schweiz vornehmen. Als Alternative bietet sich eine deutsche Grenzgänger-Direktversicherung an.

Letztere gelten als Wochenaufenthalter in der Schweiz. Ihr Einkommen ist in der Schweiz voll steuerbar. Da sich aber ihr Hauptwohnsitz nach wie vor in Deutschland befindet und damit der Schweizer Staat auf Wochenaufenthalter keinen Zugriff hat, kommt die Besteuerung an der Quelle zur Anwendung. Das heisst, bevor der Lohn ausbezahlt wird, muss der Arbeitgeber dem Lohn die Schweizer Quellensteuer abziehen und diese dem Kanton abliefern.

Deutsche Wochenaufenthalter in der Schweiz können in die 3. Säule einzahlen. Ein Abzug ist aber nur möglich mit dem System der nachträglichen ordentlichen Besteuerung. Für eine nachträgliche ordentliche Besteuerung müssen mindestens 90 Prozent der Einkünfte in der Schweiz anfallen. Eine nachträgliche ordentliche Veranlagung muss bis am 31. März des Folgejahres beantragt werden.

Grenzgänger Österreich / Schweiz

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Österreich kennt keinen Grenzgängerstatus. Demnach ist der in der Schweiz erzielte Lohn voll in der Schweiz steuerbar. Auch hier kommt die Quellensteuer zur Anwendung, weshalb Einzahlungen in die 3. Säule möglich sind. Wie bereits beim deutschen Wochenaufenthalter in der Schweiz muss eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragt werden (bis am 31. März des auf das Steuerjahr folgenden Jahres).

Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung C

Ausländische Arbeitskräfte, die in der Schweiz wohnen und angestellt sind, aber (noch) keine Niederlassungsbewilligung C haben, können in die 3. Säule einzahlen, falls dem Lohn die Quellensteuer abgezogen wird. Wer nicht schon der nachträglichen ordentlichen Veranlagung untersteht, muss eine solche beantragen.

Ob sich eine nachträgliche ordentliche Veranlagung lohnt, muss vorgängig geklärt werden. Wer in der Schweiz ansässig ist und einmal nach dem System der nachträglichen ordentlichen Veranlagung veranlagt wird, bleibt in diesem System gebunden (bis zum Ende der Quellensteuerpflicht).

Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren

Wird Ihr Lohn im vereinfachten Abrechnungsverfahren abgerechnet? Dann können Sie leider keine Beiträge in die Säule 3a leisten.

Begründung: Im vereinfachten Abrechnungsverfahren werden sämtliche Sozialleistungen und auch die Einkommenssteuern (pauschale Steuer von 5 %) bereits vor der Auszahlung dem Lohn abgezogen. Das Einkommen, das so abgerechnet wird, muss zwar trotzdem in der Steuererklärung aufgeführt werden, es wird aber nicht mehr zum steuerbaren Einkommen dazugezählt (rein deklarativen Charakter für andere Berechnungen wie zum Beispiel Prämienverbilligungen). Da das im vereinfachten Abrechnungsverfahren erzielte Einkommen nicht zum steuerbaren Einkommen hinzugezählt wird, kann in der Steuererklärung auch kein Abzug für Beiträge in die Säule 3a geltend gemacht werden.

Auch eine nachträgliche Tarifkorrektur wird nicht gewährt, wie man sie bei Grenzgängern zu Deutschland mit Wochenaufenthalt in der Schweiz, Grenzgängern zu Österreich oder Ausländern ohne Niederlassungsbewilligung C kennt.

Lohn im Ausland

Wer Lohn im Ausland verdient, aber in der Schweiz wohnhaft und steuerpflichtig ist, kann die Einzahlung in die Säule 3a nicht den Steuern abziehen (ausgenommen Liechtenstein).

Wer einen Teil seines Lohns im Ausland erwirtschaftet hat, kann die Einzahlung in die Säule 3a nur anteilmässig abziehen, so das Bundesgericht.

Was passiert, wenn man einzahlt, obwohl man nicht hätte einzahlen dürfen?

Die Motivation in die 3. Säule einzuzahlen ist der Steuerabzug, den man auf der Einkommenssteuer erzielen kann. Machen Sie einen solchen Steuerabzug geltend, wird die Steuerbehörde prüfen, ob Sie überhaupt legitimiert waren, in die Säule 3a einzuzahlen.

Wenn die Steuerbehörde merkt, dass Sie ohne Anrecht in die Säule 3a einbezahlt haben, werden Sie eine Mitteilung erhalten mit der Aufforderung, den einbezahlten Betrag wieder aus der Säule 3a zurückzufordern.

Wenn Sie die Einzahlung nicht zurückfordern, strafen Sie sich selbst. Denn beim Bezug von Vorsorgegeldern zahlen Sie eine reduzierte Steuer (Kapitalbezugssteuer). Wird der Steuerabzug bei der Einzahlung von der Steuerbehörde nicht anerkannt, lohnt sich die Säule 3a kaum.