Zu verstehen, was ein 1e-Plan ist und welche Vorteile 1e-Pläne haben, ist das eine. Den richtigen Anbieter für eine 1e-Kadervorsorge zu finden, das andere. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei der Wahl eines 1e-Anbieters achten müssen.

Inhalt

1. Prämie für die Deckung der Risiken Tod und Invalidität
2. Verwaltungskosten pro Versicherten
3. Stiftungsgebühren
4. Sparbeiträge
5. Kosten und Nutzen der Anlagelösung
6. Service-Dienstleistungen für Versicherte und HR-Mitarbeiter

1. Prämie für die Deckung der Risiken Tod und Invalidität

Wir beginnen mit der Risikoprämie. Die Höhe der Risikoprämie können Sie vergleichen, wenn Sie mehrere Offerten einholen. Doch bevor Sie Offerten einholen, müssen Sie natürlich wissen, welche Risikoleistungen Sie möchten. Sie müssen also wie folgt vorgehen:

  1. Wählen Sie die gewünschte Höhe der Risikoleistungen (vgl. als Hilfestellung das nächste Kapitel).
  2. Holen Sie verschiedene 1e-Offerten mit den gewünschten Risikoleistungen ein.
  3. Vergleichen Sie die Höhe der Risikoprämien.

Sie werden grosse Unterschiede feststellen.

Welche Risikoleistungen gibt es und wie werden diese üblicherweise gestaltet?

Wie Sie anhand der folgenden Tabelle feststellen werden, ist es abgesehen von der Invalidenrente nicht selten, dass im 1e keine zusätzliche Rentenleistungen versichert werden. Dies liegt daran, dass es sich bei der 1e-Vorsorge um eine Kaderversicherung handelt, und in diesen hohen Lohnsegmenten oft keine zusätzliche Risikodeckung nachgefragt wird.

Ganz auf die Risikoleistungen zu verzichten, ist allerdings nicht erlaubt. Mindestens vier Prozent aller Beiträge (Sparbeiträge, Risikoprämien und Verwaltungskosten ohne Anlagekosten) müssen auf die Risikoprämie entfallen, damit das gesetzliche Versicherungsprinzip eingehalten wird. Oft wird das Todesfallkapital erhöht, wenn die vier Prozent mit den gewünschten Rentenleistungen nicht erreicht werden.

Mit der Risikoprämie bezahlen Sie die Versicherung für die Deckung der Risiken Tod und Invalidität. Konkret geht es um folgende Leistungen, die vom Arbeitgeber in einem 1e-Plan versichert werden können:

Risikoleistungen im Invaliditätsfall

LeistungBeschreibungin % des versicherten Lohns*Einschluss UnfallWartefrist
InvalidenrenteDie Rente, die der Versicherte erhält.1. 60 %
2. 50 %
3. 70 %
(beobachtete Bandbreite: 0 bis 90%)
in aller Regel: jaüblich-
erweise 24 Monate
Invaliden-KinderrenteDie Rente, die der Versicherte pro unterstützungspflichtiges Kind erhält.1. 0 %
2. 10 %
3. 8 %
(beobachtete Bandbreite: 0 bis 20%)
in aller Regel: jaüblich-
erweise 24 Monate
BeitragsbefreiungDie Beitragsbefreiung garantiert, dass sowohl die Risikoprämien als auch die Sparbeiträge weiterhin entrichtet werden; neu nicht mehr durch den Versicherten selbst, sondern durch die Versicherung. Dies, damit der Vorsorgeschutz trotz Invalidität aufrechterhalten werden kann.in aller Regel: jaüblich-
erweise 3 Monate
*1. = Häufigster Wert
2. = Zweithäufigster Wert
3. = Dritthäufigster Wert
(Basierend auf 213 angeschlossenen Unternehmen bei der finpension 1e Sammelstiftung (yourpension) per Mitte 2021)

Risikoleistungen im Todesfall

LeistungBeschreibungin % des versicherten Lohns*Einschluss UnfallWartefrist
Ehegatten- und LebenspartnerrenteDie Rente, die der überlebende Ehegatte- oder der überlebende Lebenspartner erhält.1. 0 %
2. 40 %
3. 30 %
(beobachtete Bandbreite: 0 bis 70%)
in aller Regel: jakeine
WaisenrenteDie Rente, die an die Waisen beziehungsweise an ihre Erziehungsberechtigten ausbezahlt wird, solange die Waisen unterstützungspflichtig sind.1. 0 %
2. 10 %
3. 8 %
(beobachtete Bandbreite: 0 bis 20%)
in aller Regel: jakeine
Zusätzliches TodesfallkapitalDas Todesfallkapital, das zusätzlich zum angesparten Vorsorgevermögen als Einmalzahlung an die Begünstigten (z. B. Ehegatte) ausbezahlt wird.1. 0 %
2. 300 %
3. 100 % und 200 %
(beobachtete Bandbreite: 0 bis 1100%)
in aller Regel: jakeine
Rückgewähr auf dem AltersguthabenDas angesparte Altersguthaben sollte im Todesfall an die Begünstigten ausbezahlt werden und nicht mit Rentenleistungen verrechnet werden, wie es bei gewissen Anbietern der Fall ist. Dies nennt man «vollen Rückgewähr auf dem Alterskapital».jakeine
*1. = Häufigster Wert
2. = Zweithäufigster Wert
3. = Dritthäufigster Wert
(Basierend auf 213 angeschlossenen Unternehmen bei der finpension 1e Sammelstiftung (yourpension) per Mitte 2021)

nach oben

2. Verwaltungskosten pro Versicherten

Oft werden Sie pro versicherten Mitarbeiter eine Pauschale für die Verwaltung bezahlen müssen. finpension verlangt beispielsweise 100 Franken pro Versicherter und Jahr für die Verwaltung.

nach oben

3. Stiftungsgebühren

Zudem gibt es nach wie vor 1e-Anbieter, die verrechnen eine Stiftungsgebühr. Die Stiftungsgebühr wird anteilmässig am Vorsorgevermögen berechnet.

nach oben

4. Sparbeiträge

Die Sparbeiträge bestimmen Sie selbst. Sie können die folgenden Parameter definieren:

FrageHäufigBemerkung
Wann der Sparprozess beginnen soll?Oft mit 25 JahrenIn der Regel gleich wie in der Basiskasse (Basiskasse = Pensionskasse, die für das BVG-Obligatorium zuständig ist).
Wie hoch die Sparbeiträge im Total sein sollen? Oft 25 %Viele Unternehmern gehen ans gesetzliche Maximum von 25 %.
Ob die Sparbeiträge nach Altersgruppen unterschiedlich sein sollen oder nicht?Oft linearBeides ist problemlos möglich.
Wie hoch der Arbeitgeberbeitrag ist?Oft 50 %Der Arbeitgeberbeitrag muss mindestens 50 % betragen.

Beispiel für einen Beitragsplan, der ab 25 Jahren beginnt:

Sparbeiträge (in % des versicherten Lohnes)ArbeitgeberArbeitnehmerTotal
Alter 18 bis 240.0 %0.0 %0.0 %
Alter 25 bis 3412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 35 bis 4412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 45 bis 5412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 55 bis Pensionierung12.5 %12.5 %25.0 %
Sparbeiträge in einem klassischen 1e-Vorsorgeplan

Einkaufspotential in Abhängigkeit zur Höhe der Sparbeiträge

Hohe Sparbeiträge sind interessant. Denn sie erhöhen das Einkaufspotential. Ein hohes Einkaufspotential ist wiederum interessant, weil man freiwillige Einkäufe vom steuerbaren Einkommen abziehen kann. Es verwundert deshalb nicht, dass viele Firmen mit Ihrem individuellen 1e-Plan ans Limit gehen, also durchgehend 25 Prozent Sparbeiträge einsetzen.

Beispiel:

  • Geburtsdatum: 19.03.1967
  • Plan Start: mit 25 Jahren
  • Versicherter Lohn: 70’940 Franken (200’000 – 129’060 Franken)
  • 1e-Vorsorgekapital: 150’000 Franken
Sparbeiträge (für alle Altersklassen gleich hoch)Einkaufspotential brutto (vor Abzug des 1e-Vorsorgekapitals)Einkaufspotential netto (nach Abzug des 1e-Vorsorgekapitals)
5 %CHF 102’863CHF 0
10 %CHF 205’726CHF 55’726
15 %CHF 308’589CHF 158’589
20 %CHF 411’452CHF 261’452
25 %CHF 514’315CHF 364’315
Grosser Unterschied beim Einkaufspotential je nach Höhe der Sparbeiträge

Auch der Planstart kann auf 18 Jahre reduziert werden, um das Einkaufspotential zu erhöhen. Sieht die Basiskasse ein späteres Eintrittsalter vor, kann es allerdings sein, dass die Steuerbehörde den Vorsorgeplan nicht akzeptiert und damit argumentiert, dass der 1e-Plan nur deshalb so aufgesetzt wurde, um das Einkaufspotential zu erhöhen.

Wahlpläne erhöhen die Flexibilität

Wenn Sie Ihren Mitarbeitenden mehr Flexibilität bieten möchten, können Sie Wahlpläne anbieten. In Wahlplänen ist der Arbeitgeberbeitrag der Sparbeiträge immer gleich hoch. Der Arbeitnehmerbeitrag, der dem Lohn des Versicherten abgezogen wird, unterscheidet sich aber von Plan zu Plan:

Beispiel:

Plan Small

Sparbeiträge (in % des versicherten Lohnes)ArbeitgeberArbeitnehmerTotal
Alter 18 bis 240.0 %0.0 %0.0 %
Alter 25 bis 3412.5 %5.0 %17.5 %
Alter 35 bis 4412.5 %5.0 %17.5 %
Alter 45 bis 5412.5 %5.0 %17.5 %
Alter 55 bis Pensionierung12.5 %5.0 %17.5 %
Sparbeiträge in einem klassischen 1e-Vorsorgeplan

Plan Medium

Sparbeiträge (in % des versicherten Lohnes)ArbeitgeberArbeitnehmerTotal
Alter 18 bis 240.0 %0.0 %0.0 %
Alter 25 bis 3412.5 %10 %22.5 %
Alter 35 bis 4412.5 %10 %22.5 %
Alter 45 bis 5412.5 %10 %22.5 %
Alter 55 bis Pensionierung12.5 %10 %22.5 %
Sparbeiträge in einem klassischen 1e-Vorsorgeplan

Plan Large

Sparbeiträge (in % des versicherten Lohnes)ArbeitgeberArbeitnehmerTotal
Alter 18 bis 240.0 %0.0 %0.0 %
Alter 25 bis 3412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 35 bis 4412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 45 bis 5412.5 %12.5 %25.0 %
Alter 55 bis Pensionierung12.5 %12.5 %25.0 %
Sparbeiträge in einem klassischen 1e-Vorsorgeplan

Mit Wahlplänen kann der versicherte Kadermitarbeiter selbst entscheiden, ob er die 1e-Vorsorgelösung mehr oder weniger stark nutzen möchte.

nach oben

5. Kosten und Nutzen der Anlagelösung

Wie Sie vermutlich bereits wissen, werden in einem 1e-Plan individuelle Versicherten-Konten geführt. Die Versicherten können aus bis zu zehn Anlagestrategien auswählen. Eine der angebotenen Strategien muss risikoarm sein.

Worüber Sie sich Gedanken machen müssen, ist die Frage, was für Anlagestrategien Sie Ihrem Kader anbieten möchten.

Wir empfehlen Ihnen, Fonds zu verwenden, die auf Vorsorgeeinrichtungen spezialisiert sind. Denn diese Vorsorgefonds können dank einer Privilegierung in den Doppelbesteuerungsabkommen mehr Steuern auf ausländischen Dividenden zurückfordern als herkömmliche Fonds. Dieser Vorteil schlägt sich in einer besseren Rendite nieder.

Weiter ist es wichtig, dass Sie bei der Auswahl des richtigen Anbieters auf die folgenden Kosten achten:

  • Fonds- bzw. Produktkosten, auch Total Expense Ratio (TER) genannt
  • Depotgebühren für die Verwahrung der Fonds
  • Transaktionsgebühren für den Verkauf und den Kauf der Fonds
  • Weitere Kosten wie zum Beispiel für Fremdwährungswechsel

Anlagestrategien könnten zum Beispiel so aussehen:

  • Aktienanteil 0 % (Risiko: sehr tief)
  • Aktienanteil 20 % (Risiko: tief)
  • Aktienanteil 40 % (Risiko: mittel)
  • Aktienanteil 60 % (Risiko: hoch)
  • Aktienanteil 80 % (Risiko: sehr hoch)

Der maximal zulässige Aktienanteil in 1e-Lösungen liegt bei 85 %.

Bietet der 1e-Anbieter eine gleichwertige Anschlusslösung in der Freizügigkeit an?

Scheidet ein Mitarbeiter aus der Firma aus, ist es ein Bedürfnis, dass dieser Mitarbeiter das angesparte Altersguthaben in ähnlicher Form in einer Freizügigkeitsstiftung anlegen kann.

Achten Sie deshalb darauf, dass Sie sich für eine 1e-Lösung entscheiden, die in gleicher oder ähnlicher Form auch in einer Freizügigkeitsstiftung weitergeführt werden kann.

Ist dies nicht möglich, kann es sein, dass der ausscheidende Mitarbeiter das investierte Geld zu einem ungünstigen Zeitpunkt liquidieren lassen muss und einen Verlust erleidet. Mit einer Anschlusslösung kann ein Verlust in der Regel verhindert werden.

nach oben

6. Service-Dienstleistungen für Versicherte und HR-Mitarbeiter

Schliesslich ist es wichtig, dass Sie sich vor dem Abschluss einer 1e-Lösung ein Bild darüber machen, was für einen Service Ihren Versicherten und Ihren HR-Mitarbeitenden von der 1e-Stiftung geboten wird. Dazu zählen:

Für den Versicherten:

  • Beratung in Vorsorgefragen
  • Begleitung bei der Einrichtung des 1e-Kontos und der Wahl der Anlagestrategie
  • Online-Zugriff auf das 1e-Konto durch den Versicherten mit Performanceübersicht
  • Möglichkeit zur selbstständigen Änderung der Strategie

Für den HR-Mitarbeiter:

  • Einfache Erfassung und Mutation der Versicherten und Ihrer Löhne über einen Online-Zugang
  • Elektronischer Datenaustausch zum Beispiel in Form von CSV-Uploads
  • Übersichtliche und nachvollziehbares Rechnungsmanagement
  • Aktuelle Beitragsübersichten für die Lohnabrechnungen

nach oben

Anbieter von 1e-Lösungen auf dem Schweizer Vorsorge-Markt

Zum Abschluss eine Liste der 1e-Sammelstiftungen der Schweiz:

  • Agilis 1e Sammelstiftung
  • Baloise 1e
  • Credit Suisse Sammelstiftung 1e
  • Elite Fondation 1e
  • FCT 1e (Fondation Collective Trianon 1e)
  • finpension 1e Sammelstiftung (yourpension)
  • GEMINI 1e-Sammelstiftung
  • Katharinen Pensionskasse II (Vontobel)
  • Liberty 1e Flex Investstiftung
  • PensFlex – Sammelstiftung für die ausserobligatorische berufliche Vorsorge
  • Swisscanto 1e Sammelstiftung
  • Tellco Vorsorge 1e
  • UBS Optio 1e Sammelstiftung
  • Vita Select
  • VSMplus Sammelstiftung für Personalvorsorge
  • VZ Sammelstiftung

Jede Sammelstiftung kann wiederum unterschiedliche Anlagelösungen anbieten.