Kündigung: Wohin mit dem Geld aus der Pensionskasse?

Bei einer Kün­di­gung oder einem Job­wech­sel stellt sich die Fra­ge, was Sie mit Ihrem Gut­ha­ben bei der Pen­si­ons­kas­se machen sol­len.

Bevor wir jedoch ins eigent­li­che The­ma ein­stei­gen, möch­ten wir in die­sem Zusam­men­hang ein paar ande­re Punk­te erwäh­nen, die unter Umstän­den fast noch drin­gen­der sind:

  • Für die Risi­ken Tod und Inva­li­di­tät blei­ben Sie für einen Monat über das Aus­tritts­da­tum hin­aus bei Ihrer bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­ein­rich­tung ver­si­chert.
  • Wenn Sie sich beim RAV anmel­den, sind Sie ab dem Tag, für wel­chen Sie erst­mals eine Arbeits­lo­sen­ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet bekom­men, auto­ma­tisch bei der BVG-Auf­fang­ein­rich­tung für die Risi­ken Tod und Inva­li­di­tät ver­si­chert.
  • Es ist mög­lich, auch den Spar­pro­zess mit der BVG-Auf­fang­ein­rich­tung wei­ter­zu­füh­ren (Vor­sor­ge­plan WO20). Ein ent­spre­chen­der Antrag muss jedoch inner­halb von 90 Tagen nach dem Aus­tritt bei der BVG-Auf­fang­ein­rich­tung ein­ge­reicht wer­den. Zudem müs­sen die Spar­bei­trä­ge fort­an selbst bezahlt wer­den.

Was mit der Pensionskasse machen?

Nun also zum eigent­li­chen The­ma und der Fra­ge, was man mit dem Gut­ha­ben aus der Pen­si­ons­kas­se machen soll?

Sie haben bereits eine neue Stelle?

Wenn Sie bereits einen neu­en Job haben, wird Ihr gesam­tes Alters­gut­ha­ben auf die Vor­sor­ge­ein­rich­tung des neu­en Arbeit­ge­bers über­tra­gen.

Aus­nah­me: Sie brin­gen mehr Kapi­tal mit, als Sie zum Errei­chen der Maxi­mal­ren­te in der neu­en Pen­si­ons­kas­se brau­chen. Dann haben Sie die Wahl, sich den über­schüs­si­gen Teil auf ein Frei­zü­gig­keits­kon­to aus­zah­len zu las­sen oder die­sen trotz­dem ein­zu­brin­gen.

Wenn Sie sich nicht ent­schei­den kön­nen, was Sie mit dem über­schüs­si­gen Kapi­tal tun sol­len, erkun­di­gen Sie sich bei der Pen­si­ons­kas­se nach fol­gen­den Anga­ben:

  • Wie hoch die Ver­zin­sung auf dem über­schüs­si­gen Betrag ist?
  • Wie hoch der Deckungs­grad der Pen­si­ons­kas­se ist? Wenn die­ser nahe bei 100 Pro­zent oder dar­un­ter liegt, muss damit gerech­net wer­den, dass die Ver­zin­sung wei­ter sinkt.

Schliess­lich ver­glei­chen Sie das Ange­bot der Pen­si­ons­kas­se mit den Optio­nen, die Sie im Frei­zü­gig­keits­fall selbst haben.

Sie kön­nen die Frei­zü­gig­keits­lei­stung auf einem Kon­to depo­nie­ren. Nur, Frei­zü­gig­keits­kon­ti wer­fen prak­tisch kei­nen Zins mehr ab. Es gibt aber auch die Mög­lich­keit, das Geld über eine Frei­zü­gig­keits­stif­tung in Wert­schrif­ten zu inve­stie­ren. Ob das für Sie ein The­ma sein könn­te, hängt wesent­lich davon ab, wie alt Sie sind.

Beach­ten Sie dabei, dass man den Bezug von Frei­zü­gig­keits­gel­dern um bis zu fünf Jah­re über das ordent­li­che Ren­ten­al­ter hin­aus auf­schie­ben kann. Machen Sie davon Gebrauch, erhö­hen Sie den Anla­ge­ho­ri­zont bis 69 (Frau­en) oder 70 (Män­ner).

Wenn man bedenkt, dass die Pen­si­ons­kas­sen jähr­lich bereits sie­ben Mil­li­ar­den Fran­ken von den Akti­ven an die Rent­ner umver­tei­len, hat man einen Vor­teil, wenn man das Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben selbst­be­stimmt und ohne Umver­tei­lung lang­fri­stig anle­gen kann.

Sie habe (noch) keine neue Stelle?

Wenn Sie nicht unmit­tel­bar eine neue Stel­le antre­ten, wird das Alters­gut­ha­ben aus­be­zahlt. Sie kön­nen aber trotz­dem nicht ein­fach frei dar­über ver­fü­gen, denn die Aus­zah­lung erfolgt “nur” auf eine Frei­zü­gig­keits­stif­tung.

Bei der Wahl der Frei­zü­gig­keits­ein­rich­tung sind Sie frei. Sie kön­nen die Aus­tritts­lei­stung sogar auf zwei unter­schied­li­che Frei­zü­gig­keits­stif­tun­gen aus­zah­len las­sen. Letz­te­res hat fol­gen­de Vor­tei­le:

  • Sie blei­ben fle­xi­bler, was die Anla­ge der Gel­der betrifft. Sie kön­nen zwei unter­schied­li­che Stra­te­gien fah­ren, einen Teil in Wert­schrif­ten anle­gen und den ande­ren auf einem Kon­to depo­nie­ren.
  • Sie kön­nen die Kon­ten spä­ter gestaf­felt bezie­hen, was in der Regel zu einer tie­fe­ren Kapi­tal­be­zugs­steu­er führt.
  • Wenn Sie eine neue Arbeits­stel­le antre­ten, kön­nen Sie allen­falls eines der bei­den Kon­ten ste­hen las­sen, wenn Sie auch ohne die­ses Kapi­tal genü­gend ein­brin­gen.

Wel­che Frei­zü­gig­keits­lö­sung zu Ihnen und Ihrer Situa­ti­on passt, ist pri­mär von Ihrem Anla­ge­ho­ri­zont abhän­gig. Den­ken Sie, dass Sie bald wie­der eine Arbeits­stel­le antre­ten und dann das Geld in die neue Pen­si­ons­kas­se ein­brin­gen müs­sen? Dann emp­fiehlt sich ein Frei­zü­gig­keits­kon­to. Wenn Sie damit rech­nen, das Geld bis zur Pen­sio­nie­rung nicht mehr in eine Pen­si­ons­kas­se ein­zu­brin­gen, kann sich eine Anla­ge in Wert­schrif­ten loh­nen.

Für den Ent­scheid, wie Sie Ihre Frei­zü­gig­keits­lei­stung anle­gen, haben Sie sechs Mona­te Zeit. Nach Ablauf die­ser Zeit wird die Pen­si­ons­kas­se das Alters­gut­ha­ben an die BVG-Auf­fang­ein­rich­tung über­wei­sen. Bis zur Aus­zah­lung muss sie Ihnen das Gut­ha­ben mit dem BVG-Min­dest­zins ver­zin­sen.

Haben Sie Ihre Pen­si­ons­kas­se die Instruk­tio­nen für die Über­wei­sung in der erfor­der­li­chen Form (For­mu­lar) mit­ge­teilt, muss Ihnen die Aus­tritts­lei­stung inner­halb von 30 Tagen über­wie­sen wer­den. Für ver­spä­te­te Aus­zah­lun­gen haben Sie Anspruch auf einen Ver­zugs­zins.

Spezialfall: Kündigung ab 58 Jahren

Ab 58 lässt der Gesetz­ge­ber eine Pen­sio­nie­rung zu. Wenn man also ab 58 einen Job ver­liert oder kün­digt und die Pen­si­ons­kas­se ab die­sem Alter eine Pen­sio­nie­rung vor­sieht, stellt sich die Fra­ge, was man vor­hat:

  • Wer wei­ter­ar­bei­ten will und sich beim RAV anmel­det, kann ver­lan­gen, dass das Alters­gut­ha­ben auf eine Frei­zü­gig­keits­ein­rich­tung aus­be­zahlt wird. So kann es spä­ter in die PK des neu­en Arbeit­ge­bers ein­ge­bracht wer­den.
  • Wenn man nicht wei­ter­ar­bei­tet, wird das Alters­gut­ha­ben in eine Ren­te umge­wan­delt. Allen­falls kann man auch das Kapi­tal bezie­hen oder teils teils.

Was passiert, wenn ich der neuen Pensionskasse Freizügigkeitsguthaben verschweige?

Grund­sätz­lich kann die neue Pen­si­ons­kas­se nicht wis­sen, ob und wie vie­le Frei­zü­gig­keits­be­zie­hun­gen Sie haben. Obwohl Sie von Geset­zes wegen ver­pflich­tet sind, sämt­li­che Frei­zü­gig­keits­lei­stun­gen in die neue Pen­si­ons­kas­se des neu­en Arbeit­ge­bers zu über­wei­sen (bis zum Errei­chen der maxi­ma­len regle­men­ta­ri­schen Lei­stun­gen), kann also nie­mand kon­trol­lie­ren, ob Sie das auch wirk­lich tun.

Wenn Sie Kapi­tal nicht ein­brin­gen, kann das aller­dings zu fol­gen­den Nach­tei­len füh­ren:

  • Allen­falls sind Sie schlech­ter gegen­über den Risi­ken Tod und Inva­li­di­tät geschützt. Es gibt PK-Model­le, bei wel­chen die Höhe des Alters­gut­ha­bens einen Ein­fluss auf die Höhe der Invaliden‑, Wit­wen- und Wai­sen­ren­ten hat. Es gibt aber auch Model­le, wo es kei­nen Zusam­men­hang gibt.
  • Das nicht ein­ge­brach­te Kapi­tal kann spä­ter nicht als Ren­te bezo­gen wer­den. Frei­zü­gig­keits­stif­tun­gen bie­ten in der Regel kei­ne Ren­ten an und wenn, dann ver­hält­nis­mäs­sig schlech­te­re als Pen­si­ons­kas­sen.
  • Möch­ten Sie die Frei­zü­gig­keits­lei­stung erst spä­ter ein­brin­gen, ist es nicht sicher, dass die Pen­si­ons­kas­se die­se noch annimmt.

Auf das Poten­zi­al für frei­wil­li­ge Ein­käu­fe hat es übri­gens kei­nen Ein­fluss, wo das Geld in der 2. Säu­le liegt. Auch Frei­zü­gig­keits­gut­ha­ben müs­sen zum Alters­gut­ha­ben der Pen­si­ons­kas­se hin­zu­ge­zählt wer­den. Sie kön­nen also das Ein­kaufs­po­ten­zi­al nicht erhö­hen, indem Sie nicht alles in die PK ein­brin­gen.

ver­fasst am 25.05.2020


Aktu­ell bie­tet fin­pen­si­on Lösun­gen für das Frei­zü­gig­keits­spa­ren mit Wert­schrif­ten und die indi­vi­du­el­le Kader­vor­sor­ge 1e an. Eine 3a-Wert­schrif­ten­app ist in Ent­wick­lung.