Wie viele Säule-3a-Konten sind sinnvoll? Da Sie sich diese Frage stellen, wissen Sie vermutlich, dass ein gestaffelter Bezug von Vorsorgegeldern aus steuerlicher Sicht interessant sein kann. Wir erklären Ihnen, was Sie zum Thema «mehrere 3a-Konten» wissen müssen.

Inhalt

Wie viele Säule-3a-Konten darf ich haben?

Grundsätzlich ist die Anzahl der Säule-3a-Konten nicht begrenzt. Zwar können Sie bei vielen Anbietern maximal 5 Konten gleichzeitig eröffnen. Wählen Sie aber mehrere Anbieter, können Sie so viele 3a-Konten haben, wie Sie möchten.

Warum soll man überhaupt mehrere 3a-Konten haben und wie viele 3a-Konten sind sinnvoll? Die Beantwortung dieser Fragen kann man aus unterschiedlichen Richtungen angehen:

  • Entweder von der Frage, ab welchem Betrag die Steuer beim Bezug des 3a-Kontos zu steigen beginnt,
  • oder von der Anzahl der Jahre, die einem 3a-Sparer maximal zum gestaffelten Bezug der Vorsorgegelder aus der Säule 3a zur Verfügung steht.

Schauen wir uns die zwei Fälle genauer an.

Ab welchem Betrag steigt die Steuer beim Bezug des 3a-Kontos?

Die Faustregel besagt: Sobald CHF 50’000 auf dem 3a-Konto angespart sind, ist die Eröffnung eines neuen Kontos sinnvoll. Diese Faustregel ist zwar nicht unbedingt falsch, aber sie ist nicht für alle Wohnkantone korrekt. Wieso? Beim Bezug von Geldern aus der Säule 3a werden Kapitalbezugsteuern fällig. Die Steuerprogression ist je nach Wohnkanton unterschiedlich. Ab welchem Betrag Sie ein neues 3a-Konto eröffnen sollten, um Steuern beim Bezug zu sparen, unterscheidet sich daher von Kanton zu Kanton.

Wir haben die Kapitalbezugsteuer aller Kantone analysiert und  berechnet, wie hoch die Steuern bei Kapitalbezügen von CHF 10’000 bis 100’000 sind. Dabei haben sich 3 Gruppen herauskristallisiert, die sich bezüglich der Steuerprogression voneinander unterscheiden.

Erste Gruppe: Kaum Steuerprogression

In der untenstehenden Grafik sehen Sie die Kantone, die kaum eine Steuerprogression beim Bezug von Vorsorgegeldern bis CHF 100’000 aufweisen. Solange Sie nicht in einen anderen Kanton umziehen wollen, ist in diesen Kantonen eine Aufteilung auf mehrere 3a-Konten aus steuerlicher Sicht nicht so wichtig.

Achtung: Es empfiehlt sich auch in diesen Kantonen, die 2. und 3. Säule  nicht im gleichen Steuerjahr zu beziehen.

Zweite Gruppe: Von Beginn an relativ starke Progression

In dieser Grafik sehen Sie die Gruppe von Kantonen mit starker Steuerprogression. Hier nimmt die Kapitalbezugsteuer bereits bei kleineren Bezügen von CHF 10’000 bis 20’000 relativ stark zu. In diesen Kantonen ist es für die Steueroptimierung wichtig, so viele 3a-Konten wie möglich aufzubauen. So halten Sie die Steuer beim Bezug der Säule-3a-Konten so tief wie möglich.

Dritte Gruppe: Zunehmend progressiv, aber nicht von Beginn an

In der dritten Gruppe steigt die Steuer nicht von Beginn an, sondern erst ab mittleren Beträgen um die CHF 50’000. Ab CHF 50’000 macht es in den Kantonen in der folgenden Grafik Sinn, mehrere Säule-3a-Konten zu haben.

Über wie viele Jahre kann ich den Bezug der Säule 3a maximal staffeln?

Im vorhergehenden Kapitel haben wir analysiert, in welchen Kantonen mehrere 3a-Konten am meisten Sinn machen. Nun möchten wir herausfinden, wie viele Jahre überhaupt für den gestaffelten Bezug der Säule 3a zur Verfügung stehen.

Wie viele 3a-Konten sind bei einem gestaffelten Bezug sinnvoll?

Die 3. Säule kann man bis zu 5 Jahre vor Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters beziehen. Hierzu ein Beispiel. Wenn das ordentliche AHV-Rücktrittsalter im Jahr 2030 ist, kann man die Säule 3a in den folgenden Jahren beziehen:

  • 2025 (vom Geburtsdatum bis Ende Jahr)
  • 2026
  • 2027
  • 2028
  • 2029
  • 2030 (von Anfang Jahr bis zum Geburtsdatum)

Es stehen also maximal 6 Steuerjahre zur Verfügung. Wer die Erwerbstätigkeit über das ordentliche Rentenalter hinaus weiterführt, kann den Bezug der Säule 3a aufschieben. Dies maximal um 5 Jahre:

  • 2031
  • 2032
  • 2033
  • 2034
  • 2035

In diesem Fall gibt es also maximal 11 Jahre, in denen man die Säule 3a gestaffelt beziehen kann. Nun könnte man meinen, dass für den gestaffelten Bezug 6 bzw. 11 Konten sinnvoll sind.

Aber Achtung: Beziehen Sie die Pensionskasse und ein 3a-Konto im selben Jahr, werden die Beträge steuerlich zusammengezählt. In der Regel erhöht das die Steuerprogression. Wer das vermeiden möchte, verzichtet auf den Bezug der Säule 3a und Pensionskasse im gleichen Jahr. Dies ist relevant für alle, die ihre gesamte Pensionskasse oder einen Teil davon in Kapitalform beziehen wollen. Für den Kapitalbezug der Pensionskasse fällt 1 Jahr weg. Für jedes Freizügigkeitskonto ein weiteres Jahr.

Praktisch jeder 3a-Sparer hat eine Pensionskasse. Daher reduziert sich die sinnvolle Anzahl 3a-Konten für einen gestaffelten Bezug auf:

  • maximal 5 Konten beim ordentlichen Pensionierungsalter;
  • maximal 10 Konten bei einem Aufschub des Bezugs der Säule 3a.

Sinnvolle Anzahl 3a-Konten für Eheleute

Die Vorsorgebezüge von Ehepartnern, die im selben Jahr erfolgen, werden zusammengezählt und gemeinsam besteuert. Das gilt, solange das Steuersystem in der Schweiz nicht auf Individualbesteuerung umgestellt wird.

Für Eheleute und Personen von eingetragenen Partnerschaften halbiert sich deshalb die sinnvolle Anzahl der 3a-Konten auf:

  • maximal 2 bzw. 3 Konten pro Person beim ordentlichen Pensionierungsalter;
  • maximal 5 bzw. 6 Konten pro Person bei einem Aufschub des Bezugs der Säule 3a.

Bei dieser Überlegung gehen wir davon aus, dass die Eheleute denselben Jahrgang haben. Falls ein Altersunterschied besteht, erhöht sich die sinnvolle Anzahl der 3a-Konten. Ab 5 Jahren Altersunterschied sind dann maximal 5 bzw. 10 Konten pro Person sinnvoll.

Sind mehrere Säule-3a-Konten sinnvoll für einen WEF-Vorbezug?

Pro Vorsorgestiftung ist ein Vorbezug der 3. Säule für Wohneigentum (WEF-Vorbezug) alle fünf Jahre möglich. Dazu sind aber nicht mehrere Säule-3a-Konten nötig. Grund: Beim WEF-Vorbezug ist es erlaubt, nur einen Teilbetrag des Guthabens von einem 3a-Konto zu beziehen. Möchten Sie mehr zum Thema WEF-Vorbezug erfahren? In unserem Artikel zur Auszahlung der Säule 3a für Wohneigentum finden Sie weiterführende Informationen.

Gebühren bei der Auflösung von 3a-Konten beachten

In der Regel kostet die Auflösung des 3a-Kontos nichts. Verlangt Ihr Anbieter Saldierungsgebühren? Dann lohnt es sich nicht, 3a-Konten mit kleinen Sparbeträgen zu führen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Angenommen, Ihr Anbieter verlangt für die Saldierung eine Gebühr von 1%. Dann zahlen Sie bei einem Guthaben von CHF 10’000 genau CHF 100 für die Auflösung des 3a-Kontos. Mehr zum Thema aktuelle Zinsen und Gebühren von 3a-Konten erfahren Sie im verlinkten Beitrag.

Lesen Sie mehr zum Thema Säule 3a.