Die 3. Säule dient hauptsächlich der Vorsorge fürs Alter. Sie ergänzt die ersten beiden Säulen und sorgt dafür, dass man auch im Alter seinen Lebensstandard beibehalten kann.

Doch die 3. Säule kann noch mehr. Oft wird die Säule 3a auch dazu verwendet, um den Traum der eigenen vier Wände zu verwirklichen. Denn Gelder der Säule 3a können vorzeitig bezogen werden, wenn es um die Finanzierung eines Eigenheims geht.

Was Sie beim WEF-Vorbezug beachten müssen

Bezugssteuer wird fällig

Lässt man sich Geld aus der 3. Säule auszahlen, muss man eine Steuer bezahlen. Dies ist auch bei einem Vorbezug für Wohneigentum der Fall.

Wie hoch die Steuer ist, können Sie hier berechnen. Mehrere Bezüge von Vorsorgegeldern im selben Jahr werden zusammengezählt.

Auch Teilbeträge können bezogen werden

Normalerweise können 3a-Konti nur als Gesamtes bezogen werden. Bei der vorzeitigen Auszahlung für Wohneigentum ist es jedoch möglich, nur einen Teil zu beziehen.

Nur bis 58 / 59 Jahre möglich

Ein WEF-Vorbezug der 3. Säule ist nur bis 58 / 59 Jahre möglich. Wenn man danach Geld aus der dritten Säule beziehen möchte, muss man das gesamte Guthaben eines 3a-Kontos beziehen. Der Grund ist, dass man ab dem 59. bzw. 60. Geburtstag die 3. Säule ohnehin beziehen kann.

Kein Mindestbetrag

Im Gegensatz zum Vorbezug von PK-Geldern, wo mindestens 20’000 Franken aufs Mal bezogen werden muss, gibt es beim Bezug der 3. Säule keinen Mindestbetrag. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Vorsorgestiftungen oft mehrere 100 Franken an Gebühren verlangen für einen Vorbezug. Kleinere Beträge zu beziehen, lohnt sich in der Regel nicht.

Kein Maximalbetrag

Will man die Pensionskasse für Wohneigentum vorbeziehen, gibt es eine Einschränkung. Höchstens die Hälfte der erforderlichen Eigenmittel von 20 Prozent dürfen aus der 2. Säule stammen.

Für die 3. Säule gibt es keine solche Einschränkung. Im Prinzip kann das gesamte Guthaben der 3. Säule bezogen und ins Eigenheim investiert werden. Ob das auch sinnvoll ist, ist eine andere Frage, der wir im separaten Beitrag nachgehen.

Nur alle fünf Jahre

Ein Vorbezug für Wohneigentum ist nur alle fünf Jahre möglich. Dabei ist es unerheblich, ob Sie mehrere 3a-Konti bei verschiedenen Vorsorgestiftungen besitzen. Wird die Fünf-Jahres-Frist verletzt, wird die Steuerbehörde die Bezüge in der Regel nachträglich zusammenrechnen, was zu einer höheren Steuerrechnung führt (Stichwort: Steuerprogression).

Beide Lebenspartner können Vorbezug machen

Bei eingetragenen Partnerschaften oder Ehen können beide Partner unabhängig voneinander Geld aus der 3. Säule beziehen. Für beide gilt die Fünf-Jahres-Frist separat.

Bedingung, dass 3a-Gelder von beiden Partnern bezogen werden können, ist natürlich, dass auch beide am Eigentum beteiligt sind.

Nur für Hauptwohnsitz zulässig

Ein Bezug von 3a-Geldern ist nur für das Eigenheim am Hauptwohnsitz möglich. Auch Mehrfamilienhäuser und Objekte im Ausland können so finanziert werden, jedoch keine Zweit- oder Ferienwohnungen.

Bezogenes Geld kann nicht wieder in die Säule 3a eingebracht werden

Im Gegensatz zu Geldern aus der 2. Säule kann ein vorzeitiger Bezug der 3. Säule nicht zurückbezahlt werden. Einmal bezogenes Geld der 3. Säule kann also nicht mehr in die Vorsorge eingebracht werden.*

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob man die 3. Säule oder doch besser die Pensionskasse vorbeziehen sollte. Zudem gibt es auch die Möglichkeit einer Verpfändung anstelle eines Bezugs.

*Damit sind nicht die jährlichen Einzahlungen gemeint, die weiterhin möglich sind. Selbst im Jahr, wenn eine Auszahlung erfolgt, kann man eine Einzahlung in die 3. Säule vornehmen und so vom Steuerabzug profitieren.

Keine Veräusserungsbeschränkung im Grundbuch

Werden PK-Gelder für Wohneigentum vorbezogen, wird im Grundbuch eine Anmerkung eingetragen. Die Anmerkung bewirkt, dass die Immobilie nur verkauft werden kann, wenn gleichzeitig auch die vorbezogenen Gelder der 2. Säule wieder zurückbezahlt werden.

Weil in der 3. Säule keine Rückzahlung möglich ist, gibt es beim Bezug von 3a-Geldern keine Veräusserungsbeschränkung, die im Grundbuch eingetragen wird.

Schriftliche Zustimmung des (Ehe-)Partners erforderlich

Für sämtliche Vorbezüge ist immer die schriftliche Zustimmung beider Partner erforderlich.

Verpfändung als Alternative zum Vorbezug

Folgende Vorteile hat eine Verpfändung gegenüber einem vorzeitigen Bezug:

  • Es fällt (noch) keine Kapitalbezugssteuer an. Die Steuer kann auf einen späteren Zeitpunkt, zum Beispiel auf dann, wenn die Gelder im Rahmen der Pensionierung definitiv bezogen werden, aufgeschoben werden. Bis dahin kann man mit der gesparten Steuer besseres anfangen.
  • Das 3a-Vermögen und die Erträge auf dem Vermögen bleiben steuerfrei in der Vorsorge. Je nachdem wie hoch die Steuerlast ist, kann man dadurch über die Jahre viel Geld sparen.
  • Zudem besteht eine gute Chance, dass man mit der 3. Säule über die Zeit mehr Rendite erwirtschaftet, als man Hypothekarzinsen bezahlt. Dies aber natürlich nur, wenn man bereit ist, das Geld in Aktien zu investieren und mit den Wertschwankungsrisiken umgehen kann.