3a-Konti funktionieren anders als normale Sparkonten. In diesem Beitrag gehen wir auf die Eigenheiten der Säule 3a ein.

Eine Eigenheit vorweg. Viele Anbieter von 3a-Konti und -depots erlauben eine maximale Anzahl Konti pro Vorsorgenehmer, zum Beispiel fünf. Das liegt jedoch nicht daran, dass dies so gesetzlich geregelt ist, sondern daran, weil die Anbieter den administrativen Aufwand im Zaum halten wollen und mehr als fünf Konti auch hinsichtlich eines gestaffelten Bezugs wenig Sinn macht.

Eigenarten der Säule 3a

Eine Auszahlung vor der Pensionierung ist nur in Ausnahmefällen möglich

Einzahlungen in die Säule 3a sind reserviert fürs Alter. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann das Geld vor der Pensionierung bezogen werden, so zum Beispiel, wenn man ein Eigenheim kaufen will, sich selbstständig macht oder auswandert.

Überträge von Teilbeträgen von einem 3a-Konto auf ein anderes sind nicht möglich

Im Gegensatz zum freien Sparen ist es bei 3a-Konti nicht möglich, x-beliebige Beträge von einem 3a-Konto auf ein anderes 3a-Konto zu überweisen. 3a-Guthaben können immer nur «en bloc» verschoben werden. Wenn man den Anbieter wechseln möchte, wird immer das gesamte Kontoguthaben transferiert. Bei mehreren 3a-Konti kann allerdings jedes für sich transferiert werden.

Auch eine Auszahlung ist nur als Gesamtes möglich

Auch eine Auszahlung eines 3a-Kontos ist nur «en bloc» möglich. Will man verhindern, dass man im Alter das gesamte Guthaben in der 3. Säule auf einen Schlag beziehen muss, muss man mehrere 3a-Konten aufbauen. Das erst ermöglicht einen gestaffelten Bezug, der aus steuerlicher Sicht interessant sein kann.

Eine Ausnahme bildet der Vorbezug für Wohneigentum. Wird das Geld für ein Eigenheim eingesetzt, kann man selbst bestimmen, wie viel man von einem 3a-Konto beziehen möchte. Man muss sich nicht das gesamte Kontoguthaben auf einmal auszahlen lassen. Da aber die Vorsorgeeinrichtungen pauschale Gebühren für jeden Vorbezug verlangen (mehrere 100 Franken), lohnt es sich in der Regel trotzdem nicht, sehr kleine Beträge zu beziehen.

3a-Gelder werden von Vorsorgestiftungen verwaltet

Spätestens, wenn Sie in die 3. Säule einzahlen, merken Sie, dass Sie das Geld an eine Vorsorgestiftung überweisen und nicht ihrer Bank. Denn nur eigens für den Zweck der gebundenen Selbstvorsorge gegründete Stiftungen dürfen 3a-Gelder entgegennehmen und verwahren (oder Versicherungen).

Es gibt in der Schweiz über 100 Vorsorgestiftungen und Versicherungen, die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) anerkannt sind. Eine Anerkennung durch die ESTV ist zwingend notwendig, um 3a-Produkte in der Schweiz anbieten zu dürfen.

Eine entscheidende Frage ist die, ob Sie den Aufbau einer privaten Säule 3a mit einer Versicherung oder einer Bank angehen.

Keine Direktanlage in Einzeltitel möglich

Das Vermögen der 3. Säule kann zwar in Wertschriften angelegt werden, jedoch nicht in Einzeltitel, wie das im freien Vermögen möglich ist. Zur Auswahl stehen also Fonds, die in einen Korb von Wertschriften investieren. Beliebt sind EFTs, die haben aber den Nachteil, dass sie Quellensteuern auf ausländischen Erträgen nicht zurückfordern können. Besser sind deshalb Vorsorgefonds oder Indexfonds. Mehr dazu in unserem Vergleich von ETFs und Indexfonds.

Die zweite Verordnung zum Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVV 2) regelt die Anlage des Vorsorgevermögens. Es gibt Anbieter, die unterteilen deshalb ihre Fonds in BVV 2 konforme und BVV 2 nicht konforme Fonds.

Warum die Säule 3a all den Vorschriften zum Trotz interessant ist

Den Einschränkungen zum Trotz erfreut sich die Säule 3a einer hohen Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund. Denn der Staat fördert die gebundenen Selbstvorsorge in der 3. Säule. Er erlaubt, dass man die gemachte Einzahlung in die Säule 3a bis zum jährlichen Maximalbetrag in der Steuererklärung abzieht.

Zwar muss man das Geld später beim Bezug trotzdem versteuern, dann aber zu einem reduzierten Steuersatz. Unter dem Strich ist es sehr interessant mit der 3. Säule vorzusorgen.

Vorsorgen heisst sparen für später – sparen fürs Alter

Sparen. Das lernt man von Kindesbeinen an. Ob auf die altmodische Art mit dem Sparkässeli oder in digitaler Form mit einer App oder Kontolösung. Es geht darum, Geld für später auf die Seite zu legen, um sich später einen Wunsch zu erfüllen, zum Beispiel ein Auto zu kaufen.

Auch mit der Säule 3a spart man für später. Man spart fürs Alter, wenn man mal nicht mehr arbeiten will oder kann. Damit man dann weiterhin finanziell frei und unabhängig bleibt, gibt es in der Schweiz drei Säulen. Die ersten beiden Säulen sind mehr oder weniger obligatorisch. Die dritte Säule, um die es in diesem Beitrag ging, ist freiwillig.