Von der restlichen Lebenserwartung abhängig

Ein Aufschub der AHV-Rente lohnt sich in den folgenden Fällen:

  • wenn Frau älter als 85 Jahre alt wird
  • wenn Mann älter als 86 Jahre alt wird

Die Restlebenserwartung mit 65 Jahren ist wie folgt (Quelle: BfS):

  • Restlebenserwartung von Frauen mit 65: 87.7 Jahren
  • Restlebenserwartung von Männer mit 65: 85 Jahren

Da Frauen eine um knapp drei Jahre längere Restlebenserwartung haben wie Männer, lohnt sich ein Aufschub der AHV-Rente für Frauen eher.

Attraktiver als der Vorbezug

Der Aufschub der AHV-Rente sieht im Vergleich zum Vorbezug relativ attraktiv aus. Dies liegt u.a. daran, weil die AHV ihr Vermögen bewirtschaftet. Auf Renten, die erst später ausbezahlt werden, kann die AHV unterdessen weiterhin Dividenden und Zinserträge erwirtschaften.

In den vergangenen 10 Jahren hatte die AHV ein Vermögen von durchschnittlich 44 Milliarden Franken (bei jährlichen Ausgaben von durchschnittlich 41 Milliarden Franken). Auf diesem Vermögen hat sie einen Ertrag von durchschnittlich 2.66 % pro Jahr erwirtschaftet.

Rentenzuschlag pro Monat

Ein Aufschub der AHV-Rente ist möglich, unabhängig davon, ob sie weiterarbeiten oder nicht. Ein Rentenaufschub führt immer zu einer höheren Rente.

Eine AHV-Rente kann um mindestens 1 Jahr aufgeschoben werden. Danach kann die Rente jederzeit auf Anfang eines Monats abgerufen werden. Die maximale Dauer eines Aufschubs beträgt 5 Jahre.

Ein einmal beantragter Aufschub kann nur während der ersten 12 Monaten seit Erreichen des ordentlichen Pensionsalters widerrufen werden. Danach ist der Aufschub definitiv. Will heissen, dass danach das Modell nicht mehr gewechselt werden kann und rückwirkend keine normale Rente für die seit der ordentlichen Pensionierung verstrichenen Zeit mehr eingefordert werden kann. Dies als Ausnahme dazu, dass AHV-Renten auch rückwirkend geltend gemacht werden können (max. für fünf Jahre zurück).

Am meisten lohnt sich der Bezug immer zu Beginn einer neuen Stufe, also auf den 12., 15. oder 18. Monat. Bezieht man die Rente zwei Monate später, führt dies zu keiner Verbesserung der Rente. Bei einem ersten Bezug zum 14., 17. oder 20. Monat würde man freiwillig auf zwei Renten verzichten.

Aufschub in MonatenRentenzuschlag in %
12-14+5.2
15-17+6.6
18-20+8
21-23+9.4
24-26+10.8
27-29+12.3
30-32+13.9
33-35+15.5
36-38+17.1
39-41+18.8
42-44+20.5
45-47+22.2
48-50+24
51-53+25.8
54-56+27.7
57-59+29.6
60-62+31.5

AHV-Beitragspflicht bleibt bestehen

Wenn Sie über das ordentliche Pensionsalter weiterarbeiten, bezahlen Sie ab einem Freibetrag von 16’800 Franken pro Jahr oder 1’400 Franken pro Monat weiterhin AHV-Beiträge. Einzig von den Beiträgen an die Arbeitslosenversicherung (ALV) sind Sie befreit.

Die AHV-Beiträge, die Sie nach dem ordentlichen Pensionsalter zahlen, erhöhen die Rente nicht mehr. Massgebend sind nur die geleisteten AHV-Beiträge zwischen 21 und 64 bzw. 65 Jahren.

Einfluss auf andere Renten

Der Aufschub kann einen Einfluss haben auf andere Renten. Wenn Sie denken, dass sie davon betroffen sind, empfehlen wir Ihnen, sich die Situation bei der AHV-Ausgleichskasse erklären zu lassen.

Kinderrenten

Für Kinder unter 18 Jahren oder in Ausbildung bis 25 Jahren haben rentenberechtigte Personen Recht auf eine Kinderrente. Diese Kinderrente wird bei einem Aufschub der AHV-Altersrente ebenfalls aufgeschoben.

Witwen- und Witwerrenten

Während des Aufschubs werden keine Witwen- oder Witwerrenten ausgerichtet.

Altersrente des Ehegatten

Der Aufschub hat möglicherweise auch einen Einfluss auf die Rente des Ehegatten. Diese muss möglicherweise neu berechnet werden.

Aufschub anmelden

Ein Aufschub der Rente muss man innerhalb der ersten zwölf Monate seit Erreichen des ordentlichen Pensionsalters beantragen. Dies kann man mit dem Formular zur Anmeldung einer Altersrente tun, indem man die Frage «Wollen Sie die Altersrente aufschieben?» unter Punkt 8. Flexibles Rentenalter mit Ja beantwortet.