Wichtige Aspekte vorab

Beitragslücken vermeiden

Beitragslücke sollten vermieden werden. Sie können zu einer Kürzung der AHV-Rente führen (– 2.3 % pro Jahr). Deshalb sollte man auch in Jahren, in denen man nicht arbeitet, mindestens den Minimalbetrag für Nichterwerbstätige einzahlen.

Fehlende Beiträge können innerhalb von fünf Jahren nachgezahlt werden. Um zu überprüfen, ob Sie über fehlende Beitragsjahre verfügen, können Sie bei der zuständigen Ausgleichskasse einen Kontoauszug bestellen. Da die AHV-Konti von den kantonalen Ausgleichskassen geführt werden, ist es möglich, dass man über mehrere AHV-Konti verfügt. Bestellen Sie deshalb immer einen Auszug (b), der sämtliche bei der AHV geführten Konti berücksichtigt. Nur so haben Sie ein vollständiges Bild.

Hinweis:

  1. Erziehungs- und Betreuungsgutschriften befreien nicht von der Beitragspflicht als Nichterwerbstätige. Die während einer Ehe erzielten Einkommen werden allerdings beiden Ehepartnern hälftig angerechnet.
  2. Jugendjahre zwischen 18 und 20 können herangezogen werden, um Beitragslücken zu füllen.

Betreuungsgutschriften laufend geltend machen

Wenn Sie pflegebedürftige Verwandte (auch behinderte Kinder) betreuen, können Sie diese Leistungen pro Jahr bei der AHV melden. Sie erhalten eine Betreuungsgutschrift, sofern sie nicht zur selben Zeit bereits Erziehungsgutschriften erhalten. Eine Kumulation von Betreuungs- und Erziehungsgutschrift im selben Jahr ist nicht möglich.

Die Meldung der Betreuung von Verwandten muss jährlich gemacht werden. Auch rückwirkend ist es möglich, Betreuungsgutschriften geltend zu machen, aber nur für die vergangenen fünf Jahre.

Rentenbezug anmelden

Ein Rentenbezug muss selbst angemeldet werden, und zwar rechtzeitig. Am besten Sie machen die Anmeldung bereits ein halbes Jahr vor Ihrer Pensionierung. Dann hat Ihre AHV-Ausgleichskasse genügend Zeit, die Rente zu berechnen und festzulegen.

Zwar können Sie die AHV-Rente auch nachträglich geltend machen. Dies aber nur für verpasste Renten in den vergangenen fünf Jahren. Nicht angemeldete Rentenansprüche, die länger als fünf Jahre zurückliegen, gehen verloren.

Auch ein allfälliger Aufschub des Rentenbezugs muss rechtzeitig angemeldet werden, und zwar spätestens bis ein Jahr nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters.

Vollrente erfordert 44 Beitragsjahre für Männer und 43 für Frauen

Rente bei voller Beitragsdauer (Vollrente)

Eine Vollrente zwischen der minimalen und der maximalen AHV-Rente erhält man, wenn man keine fehlenden Beitragsjahre hat. Frauen müssen mindestens 43 Beitragsjahre aufweisen, Männer 44 Jahre, um eine Vollrente zu erhalten. Bei einer vollen Beitragsdauer bekommt man eine Rente nach der Skala 44 (Männer und Frauen nach derselben Skala).

Minimale AHV-Rente
(pro Monat)
Maximale AHV-Rente
(pro Monat)
Für Alleinstehende1’195 Franken2’390 Franken
Für Verheiratete2’390 Franken (zusammen)3’585 Franken (zusammen)
Spannweite der AHV-Renten bei voller Beitragsdauer

Rente bei fehlenden Beitragsjahren (Teilrente)

Beitragslücken führen zu einer Kürzung der Rente von mindestens 1/44 beziehungsweise 2.3 % pro Jahr.

Beispiel der Abstufung nach Beitragsjahren:

Anzahl BeitragsjahreMinimale AHV-RenteMaximale AHV-Rente
441'1952'390
431'1682'336
421'1412'281
411'1142'227
401'0862'173
391'0592'118
381'0322'064
371'0052'010
369781'955
359511'901
349231'847
338961'793
328691'738
318421'684
308151'630
297881'575
287601'521
277331'467
267061'412
256791'358
246521'304
236251'249
225981'195
215701'141
205431'086
195161'032
18489978
17462923
16435869
15407815
14380760
13353706
12326652
11299598
10272543
9244489
8217435
7190380
6163326
5136272
4109217
381163
254109
12754

Erforderliche Beitragsjahre

Die Periode, die für die Berechnung der Beitragsjahre massgebend ist, beginnt am 1. Januar des Jahres, während welchem man 21 Jahre alt wird und endet am Ende des Jahres vor dem Jahr, wenn man das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht.

Beispiel: Geburtsdatum 12. März 1970

StartEndeDifferenz
Frauen01.01.199131.12.203343 Jahre
Männer01.01.199131.12.203444 Jahre
Beitragsdauer AHV zur Erreichung der Vollrente

Minimum pro Beitragsjahr

Ein Beitragsjahr wird dann angerechnet, wenn man während dessen AHV, IV- und EO-Beiträge von mindestens 503 Franken (2021) geleistet hat. Dabei werden nicht nur die Arbeitnehmer-Beiträge, sondern auch die Arbeitgeber-Beiträge angerechnet.

Für Ehepartner, die nicht erwerbstätig sind, gilt die Beitragspflicht als erfüllt, wenn der andere Ehepartner auf mindestens das Doppelte kommt, also auf AHV-, IV- und EO-Beiträge von mindestens 1’006 Franken (2021).

Wer kein AHV-Erwerbseinkommen hat oder den erwähnten Mindestbetrag nicht erreicht (Jahreslohn von weniger als 4’747 Franken), der gilt für die AHV als nicht erwerbstätig. Er oder sie muss den Mindestbetrag für Nichterwerbstätige leisten, welcher mindestens 503 Franken (2021) pro Jahr beträgt (Achtung: Effektive Höhe des Mindestbeitrags ist abhängig vom Vermögen). Die auf dem Lohn bezahlten ALV-, IV- und EO-Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber können dabei angerechnet werden. Dafür ist aber ein Antrag bei der zuständigen Ausgleichskasse zu stellen. Wenn dieser genehmigt wird, muss nur die Differenz zwischen den bereits bezahlten Beiträgen und dem Mindestbetrag bezahlt werden, um die Beitragspflicht zu erfüllen.

Wie bereits ganz am Anfang erwähnt, können verpasste Beitragszahlungen der vergangenen fünf Jahren nachgeholt werden.

Anrechnung von Jugendjahren (Einzahlungen vor 21 Jahren)

Wurden bereits zwischen 18 und 20 Jahren AHV-Beiträge geleistet, können diese zur Schliessung von fehlenden Beitragsjahren herangezogen werden.

Dies ist allerdings nur für Beitragslücken möglich, die länger als fünf Jahre zurückliegen und für die man keine Nachzahlung mehr vornehmen kann.

Keine Anrechnung von AHV-Beiträgen nach 64/65 Jahren

Erzielt man auch nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters ein Erwerbseinkommen, sind auf diesem Einkommen weiterhin AHV-Beiträge zu entrichten.

Dies, obwohl Beiträge während dieser Zeit nicht mehr als Beitragsjahre angerechnet werden und zu keiner Erhöhung der Altersrente führen. Die Altersrente kann nach Erreichen des Pensionsalters nur mehr erhöht werden, wenn man den Bezug der Rente aufschiebt.

Es gibt aber eine Freigrenze für Pensionierte. Auf dem Lohnanteil bis 1’400 Franken pro Monat oder 16’800 pro Jahr muss man keinen AHV-Beiträge mehr bezahlen. Zudem ist man von den Beiträgen in die Arbeitslosenversicherung (ALV) nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters befreit.

Maximale AHV-Rente erfordert durchschnittliches Einkommen von mindestens 86’040 Franken

Berechnung des durchschnittlichen Einkommens

Welche Rente man zwischen der minimalen und der maximalen AHV-Rente bekommt, hängt vom erzielten Einkommen ab. Das durchschnittliche Einkommen setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

  • Durchschnittlicher Bruttolohn
  • Durchschnittliche Erziehungsgutschriften
  • Durchschnittliche Betreuungsgutschriften

Erziehungs- und Betreuungsgutschriften werden als fiktives Einkommen zum durchschnittlichen Bruttolohn hinzugerechnet. Sie erhöhen das für die Rentenberechnung massgebende durchschnittliche Einkommen.

Beispiel:

AlterBeitragsjahreBruttolohnErziehungs-
gutschriften
Betreuungs-
gutschriften
Total
65Durchschnitt62'4227'8223'91174'155
644476'69976'699
634375'93975'939
624275'18875'188
614174'44343'020117'463
604073'70643'020116'726
593972'97643'020115'996
583872'25443'020115'274
573771'53871'538
563670'83070'830
553570'12970'129
543469'43569'435
533368'74768'747
523268'06668'066
513167'39267'392
503066'72566'725
492966'06566'065
482865'41021'51086'920
472764'76321'51086'273
462664'12221'51085'632
452563'48721'51084'997
442462'85821'51084'368
432362'23621'51083'746
422261'62021'51083'130
412161'01021'51082'520
402060'40521'51081'915
391959'80721'51081'317
381859'21521'51080'725
371758'62921'51080'139
361658'04821'51079'558
351557'47421'51078'984
341456'90521'51078'415
331356'34121'51077'851
321255'78355'783
311155'23155'231
301054'68454'684
29954'14354'143
28853'60753'607
27753'07653'076
26652'55152'551
25552'03052'030
24451'51551'515
23351'00551'005
22250'50050'500
21150'00050'000
18-20*

*Einkommen aus den Jugendjahren (18 bis 20) werden nur berücksichtigt, wenn sie zur Auffüllung von fehlenden Beitragsjahren herangezogen werden. Sonst fliessen sie nicht in die Berechnung des durchschnittlichen Einkommens ein.

Erziehungs- und Betreuungsgutschriften

Die Erziehungsgutschrift entspricht der dreifachen jährlichen Minimalrente, aktuell also 43’020 Franken. Da die Erziehungsgutschrift nur für die ersten 16 Lebensjahre der Kinder gilt und man sie mit dem Ehepartner teilen muss, resultiert eine jährliche durchschnittliche Gutschrift von rund 8’000 Franken (43’020 x 16 / 44 / 2).

Die Erziehungsgutschrift wird nicht pro Kind gewährt. Sie wird gewährt für jedes Jahr, wenn man Kinder unter 16 Jahren hat.

Die Gutschrift für die Betreuung pflegebedürftiger Verwandten beträgt ebenfalls die dreifache Minimalrente (43’020 pro Jahr).

Da die Rentenberechnung relativ komplex ist, empfehlen wir bei Bedarf die voraussichtliche Rente berechnen zu lassen. Ab 40 Jahren ist eine solche Rentenvorausberechnung kostenlos.

Rente vorziehen oder aufschieben

Die AHV-Rente kann ein oder zwei Jahre früher bezogen werden. Auch möglich ist ein Aufschub um mindestens ein Jahr und maximal fünf Jahre.

Wird die Rente aufgeschoben, kann sie während der Aufschubszeit zu einem beliebigen Zeitpunkt abgerufen werden. Man muss sich also nicht zum Vornherein für eine fixe Dauer des Aufschubs entscheiden.

Ein Aufschub muss innerhalb eines Jahres nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters geltend gemacht werden.

Rente berechnen

Der Bund bietet einen Rentenrechner an, der aber leider nicht sehr intuitiv ist. Ab 40 kann man kostenlos eine Rentenvorausberechnung verlangen.

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