Rückzahlung des WEF-Vorbezugs

Im Gegen­satz zur 3. Säu­le kann ein Vor­be­zug für Wohn­ei­gen­tum (WEF-Vor­be­zug) aus der 2. Säu­le zurück­be­zahlt wer­den.

Vorteile einer Rückzahlung

Eine Rück­zah­lung kann fol­gen­de Vor­tei­le haben:

  • Steu­er­rück­erstat­tung und ‑auf­schub: Die im Rah­men des Vor­be­zugs bezahl­te Steu­er auf der Kapi­tal­aus­zah­lung kann bei einer Rück­zah­lung zurück­for­dert wer­den. Das ist vor allem für jün­ge­re Per­so­nen inter­es­sant, denn obwohl auch im Rah­men der Pen­sio­nie­rung eine Steu­er bezahlt wer­den muss, kann die Steu­er durch die Rück­zah­lung um Jah­re oder sogar Jahr­zehn­te auf­ge­scho­ben wer­den. Unter­des­sen kann man mit dem Geld Bes­se­res anstel­len, zum Bei­spiel steu­er­be­gün­stigt in die 3. Säu­le ein­zah­len.
  • Wie­der frei­wil­li­ge Ein­käu­fe mög­lich: Wenn Sie sämt­li­che WEF-Vor­be­zü­ge der 2. Säu­le zurück­be­zahlt haben, dür­fen Sie wie­der frei­wil­li­ge Ein­käu­fe täti­gen und die­se dem steu­er­ba­ren Ein­kom­men abset­zen.
  • Ver­bes­se­rung Ver­si­che­rungs­deckung: Soll­te ein Vor­be­zug zu schlech­te­ren Lei­stun­gen bei Tod und Inva­li­di­tät füh­ren, kann die Deckung ver­bes­sert wer­den, wenn der vor­be­zo­ge­ne Betrag wie­der in die Pen­si­ons­kas­se ein­ge­bracht wird.
  • Schlies­sung Vor­sor­ge­lücke: Schliess­lich kann eine Rück­zah­lung inter­es­sant sein, falls man dadurch eine höhe­re Ren­te erhält. Dabei müs­sen jedoch Über­le­gun­gen wie bei einem frei­wil­li­gen Ein­kauf ange­stellt wer­den, denn nicht jede Ein­zah­lung in die Pen­si­ons­kas­se führt auch auto­ma­tisch zu höhe­ren Lei­stun­gen.

Kei­nen Sinn macht das fol­gen­de Vor­ge­hen: Sie zah­len einen Vor­be­zug kurz vor der Pen­sio­nie­rung zurück und bezie­hen weni­ge Jah­re spä­ter das Kapi­tal. Nicht ohne Grund zählt der WEF-Vor­be­zug zum Instru­men­ta­ri­um des gestaf­fel­ten Bezugs. Ein gestaf­fel­ter Bezug kann die Steu­er­pro­gres­si­on redu­zie­ren.

Eine Rück­zah­lung kann nur bis drei Jah­re vor der ordent­li­chen Pen­sio­nie­rung erfol­gen und muss min­de­stens 10’000 Fran­ken umfas­sen. Falls der Anteil des noch nicht zurück­be­zahl­ten Vor­be­zugs tie­fer liegt als bei 10’000 Fran­ken, muss die Rück­zah­lung in einem Betrag erfol­gen.

Steuerrückforderung nicht vergessen

Beim WEF-Vor­be­zug haben Sie eine Steu­er bezahlt. Die­se Steu­er kön­nen Sie zurück­for­dern, sobald Sie den Vor­be­zug oder einen Teil davon in die 2. Säu­le zurück­be­zahlt haben. Um den Pro­zess in die Wege zu lei­ten, erhal­ten Sie eine Kopie der Beschei­ni­gung Ihrer Pen­si­ons­kas­se über die Rück­zah­lung (Ori­gi­nal geht an die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung).

Für die Rück­for­de­rung haben Sie schliess­lich drei Jah­re Zeit. Falls Sie die Steu­er nicht inner­halb von drei Jah­ren seit der Rück­zah­lung zurück­for­dern, erlischt Ihr Recht auf Rück­for­de­rung. Damit Ihnen die Rück­for­de­rung nicht unter­geht, emp­feh­len wir Ihnen, die Rück­zah­lung und Rück­for­de­rung zeit­nah mit­ein­an­der zu ver­bin­den.

Wenn Sie meh­re­re offe­ne WEF-Vor­be­zü­ge haben, erfolgt die Rück­erstat­tung der bezahl­ten Steu­er wie folgt: Zuerst wird die Steu­er auf dem ersten Bezug zurück­er­stat­tet, dann auf dem zwei­ten und so wei­ter. Zah­len Sie nur einen Teil eines Vor­be­zugs zurück, erhal­ten Sie die Steu­er anteil­mäs­sig zurück.

Pflicht zur Rückzahlung bei Veräusserung des Wohneigentums

Wenn Sie Ihr Wohn­ei­gen­tum ver­äus­sern, sind Sie gezwun­gen, den Vor­be­zug in die 2. Säu­le zurück­zu­be­zah­len. Für die Ein­hal­tung die­ser Bestim­mung sorgt die Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kung, die im Rah­men des Vor­be­zugs im Grund­buch ein­ge­tra­gen wur­de. Ohne Rück­zah­lung kein Ver­kauf.

Ausnahme 1: Übertrag an vorsorgerechtlich begünstigte Person

Wenn Sie das Wohn­ei­gen­tum an eine vor­sor­ge­recht­lich begün­stig­te Per­son über­tra­gen, zum Bei­spiel an Ihren Lebens­part­ner, wird die Rück­zah­lungs­pflicht sistiert. Erst, wenn auch Ihr Lebens­part­ner das Wohn­ei­gen­tum ver­äus­sert, muss der Vor­be­zug zurück­be­zahlt wer­den.

Ausnahme 2: Ersatzbeschaffung

Für Ersatz­be­schaf­fun­gen gilt eine Frist von zwei Jah­ren. Wäh­rend die­ser Zeit muss der Vor­be­zug nicht in die 2. Säu­le zurück­be­zahlt wer­den. Er kann nach dem Ver­kauf der bis­he­ri­gen Woh­nung auf ein Frei­zü­gig­keits­kon­to ein­be­zahlt und wäh­rend zwei­er Jah­re in ein neu­es Eigen­heim inve­stiert wer­den.

Wenn der gesam­te Vor­be­zug in die 2. Säu­le zurück­be­zahlt ist, kön­nen Sie ver­an­las­sen, dass die Ver­äus­se­rungs­be­schrän­kung im Grund­buch gelöscht wird.

Weitere Fragen und Antworten

Kann ein WEF-Vorbezug aus einer Pensionskasse mit Freizügigkeitsgeldern zurückbezahlt werden?

Nein, dies ist nicht mög­lich, auch nicht mit Frei­zü­gig­keits­lei­stun­gen, die Sie zum Bei­spiel bei einer Schei­dung oder bei einer Reduk­ti­on des Pen­sums erhal­ten haben. Eine Rück­zah­lung muss immer aus frei­en Mit­teln erfol­gen.

Kann ein WEF-Vorbezug aus einer Pensionskasse mit 3a-Gelder zurückbezahlt werden?

Grund­sätz­lich ist es mög­lich und erlaubt, 3a-Gel­der in die Pen­si­ons­kas­se zu trans­fe­rie­ren, um so Lücken in der beruf­li­chen Vor­sor­ge (2. Säu­le) zu schlies­sen. WEF-Bezü­ge kön­nen jedoch nicht direkt durch Gel­der der 3. Säu­le zurück­be­zahlt wer­den. Der Grund liegt dar­in, dass ein Trans­fer von der 3. in die 2. Säu­le steu­erneu­tral ist. Eine Rück­zah­lung eines WEF-Vor­be­zugs ist dahin­ge­gen nicht steu­erneu­tral. Die beim Bezug bezahl­te Steu­er kann wie­der zurück­ge­for­dert wer­den. Dem­nach könn­te man mit einem Über­trag von der 3. in die 2. Säu­le die bezahl­te Kapi­tal­be­zugs­steu­er zurück­ho­len und dies, obwohl damit ins­ge­samt der per­sön­li­chen Vor­sor­ge nicht mehr Geld zur Ver­fü­gung steht.

Kann eine Rückzahlung eines WEF-Vorbezugs aus einer Pensionskasse auch auf eine Freizügigkeitskonto erfolgen?

Nein, grund­sätz­lich muss das Geld wie­der in die Pen­si­ons­kas­se zurück­be­zahlt wer­den. Es gibt aber auch Aus­nah­men.

  • Falls man nach einem Ver­kauf eines Eigen­heims eine Ersatz­be­schaf­fung plant. In die­sem Fal­le kann der WEF-Vor­be­zug auf einem Frei­zü­gig­keits­kon­to zwi­schen­de­po­niert wer­den, jedoch muss das Geld inner­halb von zwei Jah­ren ins neue Eigen­heim inve­stiert wer­den.
  • Falls man gegen­wär­tig kei­ner Pen­si­ons­kas­se ange­schlos­sen ist, dann kann man eine Rück­zah­lung auf das Frei­zü­gig­keits­kon­to vor­neh­men.

Muss eine Rückzahlung eines Vorbezugs von Freizügigkeitsguthaben an dieselbe Freizügigkeitsstiftung erfolgen?

Falls Sie das gesam­te Frei­zü­gig­keits­kon­to bezo­gen haben, ist dies ver­gleich­bar mit einer Sal­die­rung. In die­sem Fal­le kön­nen Sie den WEF-Vor­be­zug ohne wei­te­res auf ein ande­res Frei­zü­gig­keits­kon­to bei einer ande­ren Frei­zü­gig­keits­stif­tung zurück­be­zah­len.

Wenn Sie jedoch ledig­lich einen Teil eines Frei­zü­gig­keits­kon­tos bezo­gen haben, müs­sen Sie die­sen Teil auch wie­der am sel­ben Ort zurück­zah­len. Denn es ist unter­sagt, Frei­zü­gig­keits­kon­ten zu split­ten.

Was Sie tun kön­nen, falls Sie den Anbie­ter trotz­dem wech­seln möch­ten: Sie kön­nen den Rest­be­trag auf dem Frei­zü­gig­keits­kon­to zum neu­en Anbie­ter trans­fe­rie­ren und die Rück­zah­lung auf das Kon­to des neu­en Anbie­ters vor­neh­men.

Wann ist eine Rückzahlung nicht mehr möglich?

Eine Rück­zah­lung ist nicht mehr mög­lich, wenn seit dem WEF-Vor­be­zug ein Vor­sor­ge­fall (Tod oder Inva­li­di­tät) ein­ge­tre­ten ist.

ver­fasst am 25.05.2020


Aktu­ell bie­tet fin­pen­si­on Lösun­gen für das Frei­zü­gig­keits­spa­ren mit Wert­schrif­ten und die indi­vi­du­el­le Kader­vor­sor­ge 1e an. Eine 3a-Wert­schrif­ten­app ist in Ent­wick­lung.