Umhüllendes PK-Modell: Vorsicht beim Einkauf ins Überobligatorium!

Das umhül­len­de PK-Modell mit gemisch­tem Umwand­lungs­satz ist tückisch. Wer das System nicht ver­steht, soll­te sich vor einem frei­wil­li­gen Ein­kauf infor­mie­ren, sonst kann es teu­er wer­den. So gesche­hen bei Herr Mei­er aus Eger­kin­gen.

Herr Mei­er hat sein Leben lang gespart, um etwas auf die Sei­te zu legen. Ein paar Jah­re vor der Pen­sio­nie­rung hat er davon gehört, dass man frei­wil­li­ge Ein­zah­lun­gen in die Pen­si­ons­kas­se machen kann. Die Ein­zah­lun­gen kön­ne man von den Steu­ern abzie­hen, hiess es. Er hat also einen gros­sen Teil sei­ner Erspar­nis­se genom­men und über meh­re­re Jah­re gestaf­felt in die Pen­si­ons­kas­se ein­be­zahlt. Total 100’000 Fran­ken.

Herr Mei­er ist in einer Pen­si­ons­kas­se ver­si­chert mit einem umhül­len­den Modell. Im umhül­len­den Modell gibt es nur einen Ren­ten­um­wand­lungs­satz, der glei­cher­mas­sen für das Gut­ha­ben im Obli­ga­to­ri­um und im Über­ob­li­ga­to­ri­um gilt. Bei Herr Mei­ers Pen­si­ons­kas­se lag die­ser Ren­ten­um­wand­lungs­satz bei 5 %. Er hat also ange­nom­men, dass er mit der Ein­zah­lung von 100’000 Fran­ken eine zusätz­li­che Ren­te von 5’000 Fran­ken erhält.

Was Herr Mei­er nicht wuss­te ist, dass es im Obli­ga­to­ri­um einen gesetz­li­chen Min­destum­wand­lungs­satz von 6.8 % gibt und dass auch Pen­si­ons­kas­sen im umhül­len­den Modell die­sen Umwand­lungs­satz garan­tie­ren müs­sen. Herr Mei­er hat­te vor dem Ein­kauf ein Gut­ha­ben von 300’000 Fran­ken in der Pen­si­ons­kas­se. Alles im Obli­ga­to­ri­um. Er hat­te dem­nach Anrecht auf eine Ren­te von 20’400 Fran­ken und nicht bloss auf 15’000 Fran­ken, wie er wohl auf­grund des gemisch­ten Umwand­lungs­sat­zes von 5 % dach­te.

Das ist natür­lich eine ganz ande­re Aus­gangs­la­ge. Denn wird das Gut­ha­ben nach den frei­wil­li­gen Ein­käu­fen von 400’000 Fran­ken mit dem gemisch­ten Umwand­lungs­satz von 5 % mul­ti­pli­ziert, ergibt dies ledig­lich eine Ren­te von 20’000 Fran­ken. Da die Ren­te trotz Ein­kauf tie­fer ist als die Ren­te aus dem Obli­ga­to­ri­um (6.8 % von 300’000 Fran­ken), haben die frei­wil­li­gen Ein­zah­lun­gen zu kei­ner Ver­bes­se­rung der Ren­te geführt.

Erst ab 108’000 Fran­ken wür­den Ein­käu­fe bei Herr Mei­er zu einer Erhö­hung der Ren­te füh­ren:

Obli­ga­to­ri­um6.8 % Jah­res­ren­teGesamt­gut­ha­ben5 % Jah­res­ren­te
Fr. 300’000Fr. 20’400Fr. 300’000Fr. 15’000
Fr. 300’000Fr. 20’400Fr. 400’000Fr. 20’000
Fr. 300’000Fr. 20’400Fr. 408’000Fr. 20’400
Fr. 300’000Fr. 20’400Fr. 500’000Fr. 25’000

Nun könn­te man natür­lich emp­feh­len, Herr Mei­er sol­le doch die 100’000 Fran­ken ein­fach wie­der in Kapi­tal­form bezie­hen. Aus sei­ner Pen­si­ons­kas­se mit umhül­len­dem Modell war es ihm aller­dings nicht mög­lich, nur aus dem Über­ob­li­ga­to­ri­um Geld zu bezie­hen. Ein Kapi­tal­be­zug wäre anteil­mäs­sig dem Obli­ga­to­ri­um und Über­ob­li­ga­to­ri­um bela­stet wor­den, was eine Ren­ten­kür­zung zur Fol­ge gehabt hät­te.

Herr Mei­er gibt es auch in echt, nur heisst er anders und wohnt nicht in Eger­kin­gen. Zugun­sten einer ein­fa­chen Ver­ständ­lich­keit wur­de der Fall ver­ein­facht dar­ge­stellt.

ver­fasst am 10. Juni 2020


Aktu­ell bie­tet fin­pen­si­on Lösun­gen für das Frei­zü­gig­keits­spa­ren mit Wert­schrif­ten und die indi­vi­du­el­le Kader­vor­sor­ge 1e an. Eine 3a-Wert­schrif­ten­app ist in Ent­wick­lung.