Im interkantonalen Vergleich bezahlt man im Kanton Zürich sehr viel Steuern, wenn man Vorsorgegelder bezieht. Der Kanton Zürich will das ändern und die Kapitalbezugssteuer reduzieren.

Berechnungsweise im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich wird die Kapitalbezugssteuer nach dem System des Rentensatzes berechnet. Der Kapitalbezug wird in eine theoretische Rente umgewandelt. Dann wird geschaut, was man für eine Rente in dieser Grössenordnung an Einkommensteuern (in Prozent) bezahlen würde. Der so ermittelte Steuersatz wird schliesslich mit dem gesamten Kapitalbezug multipliziert. Sozialabzüge gibt es keine.

Bisher lag der Rentenumwandlungssatz bei 10 % (1/10). Das bedeutet, dass ein Kapitalbezug von einer Million Franken eine theoretische Rente von 100’000 Franken ergab. Neu soll der Umwandlungssatz auf 5 % reduziert werden (1/20), was bei einer Million Franken eine theoretische Rente von 50’000 Franken ergibt. An der minimalen einfachen* Steuer von 2 % soll aber festgehalten werden.

*Man beachte, dass die einfache Steuer noch mit dem Steuerfuss multipliziert werden muss. Dieser liegt in der Stadt Zürich aktuell bei 219 % (inkl. Kanton). Zusätzlich kommt die Bundessteuer hinzu, denn auch der Bund erhebt eine Steuer beim Bezug von Vorsorgegeldern.

Wo steht der Kanton Zürich bisher und wo stünde er neu

Gewisse Entlastung von mittleren bis höheren Kapitalbezügen

Nun interessiert natürlich, wie sich Zürich durch die Gesetzesrevision verbessern würde:

  • Da die minimale einfache Steuer von 2 % beibehalten wird, gibt es für kleinere Beträge keine Änderung.
  • Bisher überstieg der kantonale Steuersatz das Minimum von 2 % ab einem Betrag von 204’500 Franken, neu jedoch erst ab 409’000 Franken.
  • Da die Progression auf der kantonalen Steuer erst später greift, reduziert sich die Steuer ab Kapitalbezügen von 204’500 Franken.
  • Je höher der Kapitalbezug, umso kleiner ist jedoch der Effekt dieser Steuersenkung. Der Grund: Bei sehr hohen Beträgen nützt es nicht viel, wenn der Kapitalbezug zur Ermittlung des Steuersatzes durch 20 statt durch 10 geteilt wird. Der satzbestimmende Anteil liegt in beiden Fällen in einer sehr hohen Progressionsstufe.
Höhe des KapitalbezugsZürich ZH (bisher)Zürich ZH (neu)
50’0004.56%4.56%
100’0004.96%4.96%
250’0006.90%5.99%
500’00011.27%7.42%
1’000’00016.09%11.44%
2’000’00020.89%16.09%
5’000’00026.58%22.43%
10’000’00028.67%26.58%
20’000’00029.72%28.67%
Quelle: Postfinance / Eigene Berechnung

Berechnungsbasis: Auszahlung im Alter von 65 Jahren, alleinstehender Mann, konfessionslos (Gemeinde, Kantons- und Bundessteuer zusammen)

Position im interkantonalen Vergleich

Und wie sieht es im interkantonalen Vergleich aus. Auch da sieht man, dass sich der Kanton Zürich nur teilweise verbessern kann.

  • Da die minimale einfache Steuer auf 2 % beibehalten wird, bleibt Zürich bei kleineren Bezügen im Mittelfeld.
  • Bei mittelgrossen Kapitalleistungen zwischen 250’000 und 2’000’000 Franken kann sich Zürich dahingegen etwas verbessern.
  • Bei ganz grossen Bezügen ab 10 Millionen Franken bleibt Zürich im interkantonalen Vergleich auf dem letzten Platz sitzen.
Höhe des KapitalbezugsRang bisherRang neu
50’0001818
100’0001212
250’000148
500’000249
1’000’0002622
2’000’0002626
5’000’0002626
10’000’0002626
20’000’0002626
Rangierung aus 26 Kantonen

Berechnungsbasis: Auszahlung im Alter von 65 Jahren, alleinstehender Mann, konfessionslos

Fazit

Die Halbierung des Rentenumwandlungssatzes von 10 % auf 5 % tönt nach sehr viel. Der Effekt ist aber nicht so gross, wie man auf den ersten Blick erwarten könnte. Vor allem bei sehr grossen Bezügen ist Zürich nach wie vor sehr teuer, was an der allgemein starken Progression der Einkommenssteuer im Kanton Zürich liegt. Für mittlere Kapitalbezüge wird allerdings mit der Revision des kantonalen Steuergesetzes eine beachtliche Verbesserung in Aussicht gestellt.