Wer mit der 3. Säule vorsorgt, hat es vermutlich schon bemerkt: Auf 3a-Konti kriegt man praktisch keine Zinsen mehr. Als Alternative bietet sich die Anlage seiner Säule 3a in Wertschriften an. Doch was zeichnet eigentlich eine gute Wertschriftenlösung für die Vorsorge aus?

Hohe Performance und tiefe Kosten

Performance: Das Mass aller Dinge

Für viele am wichtigsten ist natürlich eine hohe Performance. Wenn Sie die Performance der verschiedenen Angebote vergleichen, sollten Sie allerdings ein paar Punkte beachten:

  1. Vergleichen Sie nur Fonds miteinander, die einen ähnlich hohen Aktien- und Immobilienanteil aufweisen.
  2. Vergleichen Sie die langfristigen Performancezahlen (5- oder 10-jährige Renditen). Kurzfristige Renditen sagen wenig über die Qualität eines Anlagefonds aus. Erst in der langen Sicht trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn ein Fonds über 10 Jahre nach Kosten obenaus schwingt, macht er anscheinend was richtig, egal ob er aktiv oder passiv investiert.
  3. Achten Sie darauf, dass Sie die Performance zum selben Zeitpunkt vergleichen. Die Factsheets werden auf Ende Monat publiziert. Einige sind schneller beim Erstellen der Factsheets, bei anderen dauert es fast einen ganzen Monat, bis die Factsheets für den letzten Monat verfügbar sind.

Die Kosten, die im Factsheet ausgewiesen werden (TER), sind der Performance bereits abgezogen. Wenn Sie also die Performance vergleichen, haben Sie die TER-Kosten indirekt auch schon berücksichtigt.

Zusätzliche Gebühren müssen berücksichtigt werden

Beachten sollten Sie jedoch, dass es zusätzliche Gebühren geben kann (zusätzlich zu den Fondskosten TER). Verbreitet sind Ausgabe- und Rücknahmekommissionen oder Fremdwährungsmargen.

Diese zusätzlichen Kosten werden nicht in den Performancezahlen der Factsheets berücksichtigt. Das müssen Sie selbst tun.

Rückforderung von Quellensteuer verbessert Performance

Auf Erträgen wie Zinsen oder Dividenden, die im Ausland erzielt werden, werden Quellensteuern abgezogen (in der Schweiz Verrechnungssteuer genannt). Auf Dividenden von US-Unternehmen beträgt diese Quellensteuer 30 Prozent. Wenn Sie 100 Franken pro Aktie erhalten würden, gehen 30 Franken an den Fiskus in der USA.

Fonds, die nur Vorsorgegelder enthalten, können den Abzug der Quellensteuer vermeiden. Sie profitieren von den Abkommen, die die Schweiz unter anderem mit den USA abgeschlossen hat. Darin kommt den Vorsorgeeinrichtungen in der Regel ein spezieller Status zuteil, der sie von der Quellensteuer befreit (bzw. deren Rückforderung ermöglicht, was der Fonds für seine Anteilsinhaber macht).

Ausmass der Entlastung für Pensionskassen (gemäss Zusatzprotokoll seit 1. Januar 2020 auch für die 3. Säule):

Entlastung von der Quellensteuer gemäss DBA Schweiz – USA

Dies ganz im Gegensatz zu ETFs. ETFs werden an der Börse gehandelt und können von jedermann gekauft werden. Die Fondsverwaltung hat also keinen Überblick darüber, um was für Gelder es sich handelt, die in den Fonds investiert werden. Deshalb können ETFs weniger Quellensteuer zurückfordern als reine Vorsorgefonds.

Die Rückforderung von Quellensteuern verbessert die Performance eines Fonds. In diesem Beispiel schneidet der Vorsorgefonds um mehr als 0.5 % pro Jahr besser ab als der normale Fonds:

TitelKategorie1 Jahr3 Jahre5 Jahre
CSIF (CH) III Equity World ex CH – Pension Fund QBVorsorge-fonds6.19%23.56%59.89%
CSIF (CH) Equity World ex CH QBNormaler Fonds–5.48%– 22.05%– 57.02%
Korrektur um tiefere TER-Kosten im Pension Fund QB (0.04% p.a.)–0.04%–0.12%– 0.20%
OutperformanceVorsorge-fonds0.67%1.39%2.67%

Nachhaltigkeitskriterien

Wenn man einen hohen Wert auf eine nachhaltige Unternehmensführung legt, empfiehlt es sich, zusätzlich zu den Performance-Zahlen ESG-Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. ESG bedeutet:

  • E = Environment = Umweltschutz
  • S = Social = Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Diversity und gesellschaftliches Engagement
  • G = Governance = Gute Unternehmensführung (z.B. Einhalten von Gesetzen, keine Korruption, Aufsichtsstrukturen, Risiko- und Reputationsmanagement).

Keine Auszeichnung durch folgende Möglichkeiten

Cash statt Obligationen

Cash ist kein gleichwertiger Ersatz für Obligationen. Zwar rentieren Obligationen teilweise negativ, aber nicht überall.

Die von uns eingesetzten Obligationen in den Strategien mit einem Aktienanteil von 20 bis 80 Prozent weisen folgende Renditen auf Verfall auf (Factsheets per 31.12.2020):

FondsnameISINAnteil in %Rendite auf Verfall p.a.
CSIF (CH) Bond Corporate Global ex CHF Blue ZBHCH0189956813401.30%
CSIF (CH) Bond Switzerland AAA-BBB Blue ZBCH003900305530-0.24%
CSIF (CH) I Bond Government Global ex CHF Blue ZBHCH0188772989200.23%
CSIF (CH) Bond Government Emerging Markets USD Blue DBHCH0259132261103.78%
Total gewichtete Rendite auf Verfall0.87%

Dabei nicht berücksichtigt wurden jedoch die Währungsabsicherungskosten. Diese sind aber in der historischen Performance enthalten, die wie folgt aussieht:

FondsnameISINAnteil in %1Y3Y p.a.5Y p.a.
CSIF (CH) Bond Corporate Global ex CHF Blue ZBHCH0189956813406.6%2.3%2.7%
CSIF (CH) Bond Switzerland AAA-BBB Blue ZBCH0039003055300.9%1.7%1.9%
CSIF (CH) I Bond Government Global ex CHF Blue ZBHCH0188772989204.4%2.0%2.1%
CSIF (CH) Bond Government Emerging Markets USD Blue DBHCH0259132261103.1%1.9%2.8%
Total gewichtete Performance p.a.4.1%2.0%2.4%

Fazit:
Es gibt zwar nicht mehr viel, aber es gibt noch etwas Rendite auf Obligationen. Zudem ist das Anlagerisiko mit Obligationenfonds im Vergleich zum Bankkonto deutlich besser diversifiziert (d.h. auf mehr Gegenparteien verteilt).

Flexibles Investieren

Angebote, die Ihnen ermöglichen, jederzeit zu kaufen und zu verkaufen, tönen auf den ersten Blick interessant. Dies ist allerdings trügerisch.

In der Regel verkauft man nämlich zu spät und verpasst es, wieder einzusteigen, sobald die Kurse wieder steigen. Den richtigen Zeitpunkt zu treffen, hat viel mehr mit Glück zu tun als mit Können.

Den Investitionsentscheid selbst bestimmen zu können, stellt deshalb für viele Kunden mehr eine Bürde dar als ein Vorteil. Wenn man es ohnehin nicht weiss, ist es in der Regel besser, es zu akzeptieren, wie es kommt.

Ändere, was du ändern kannst, und akzeptiere, was du nicht ändern kannst.

Will heissen, suchen Sie sich eine gute Wertschriftenlösung mit einer guten Performance und akzeptieren Sie es, dass Sie es zum Vornherein nie wissen können, wann der richtige Zeitpunkt zum Investieren ist.

Erst recht in der Vorsorge macht ein aktives Trading wenig Sinn. Bei einem Anlagehorizont von 10, 20 oder noch mehr Jahren kommt es nicht so stark darauf an, wann man genau investiert. Besser ist es wohl, einfach investiert zu sein.

Time in the market beats timing the market.

In der 3. Säule hat man zudem den Vorteil, dass man jährlich nachlegen kann, was zu einer natürlichen Glättung des Einstandspreises führt.

Natürlich kann es vor einem geplanten Bezug Sinn machen, den Aktienanteil und so auch die Schwankungsrisiken zu reduzieren. Denn dann haben Sie keine Zeit mehr zu warten, bis sich die Kurse erholt haben.

Übertrag ins Privatvermögen

Es ist keine Auszeichnung für einen Vorsorgefonds, wenn er ins freie Vermögen überführt werden kann.

Im Gegenteil. Wenn ein Fonds ins Privatvermögen überführt werden kann, bedeutet das auch, dass dieser Fonds nicht nur für Vorsorgegelder bestimmt ist. Und wenn er nicht nur für Vorsorggelder bestimmt ist, kann er weniger Quellensteuern auf ausländischen Erträgen zurückfordern als ein reiner Vorsorgefonds.

Verglichen mit der Minderperformance aufgrund der fehlenden Rückforderung der Quellensteuer, sind die Kosten für den Verkauf des Vorsorgefonds und den Kauf anderer Fonds im freien Vermögen marginal. Zumal man bedenken muss, dass man die Minderperformance Jahr für Jahr hatte, die Kosten fürs Reinvestment aber nur einmal zum Zeitpunkt der Pensionierung anfallen.

Das kleine 1 x 1 des Investierens

Hohe Rendite = Hohes Risiko

Wer Geld in Aktien investiert, möchte eine möglichst hohe Rendite erzielen. Um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, muss man in Fonds mit möglichst hohem Aktienanteil investieren. Doch je höher der Aktienanteil ist, umso höher ist auch das Verlustrisiko.

Am schönsten wäre es deshalb, man könnte eine hohe Performance erzielen, ohne gleichzeitig höhere Risiken eingehen zu müssen, zum Beispiel, indem man die Aktien zum richtigen Zeitpunkt kauft und nochmals zum richtigen Zeitpunkt verkauft.

Wir fragen uns, wie das möglich wäre und ob diese beiden Eigenschaften helfen, besser als die anderen an der Börse abzuschneiden:

  • Wissensvorsprung
  • Besondere Fähigkeiten

Ausnutzen von Insider-Wissen ist illegal

Wenn man mehr weiss als die anderen, ist das sehr interessant.

Beispiel: Wenn man weiss, dass das Unternehmen X bald ein besser als erwartetes Jahresergebnis präsentieren wird, kann man Aktien dieses Unternehmens kaufen. Sobald die Nachricht über das positive Ergebnis erscheint, sind die anderen Marktteilnehmer bereit, mehr für das Unternehmen zu bezahlen. Der Aktienkurs steigt. Man macht einen Gewinn.

Doch Insider-Handel ist seit langer Zeit verboten. Es ist deshalb nicht mehr möglich, mehr zu wissen, als andere auch schon wissen und das gilt auch für die ganz Grossen unter den Investoren.

Besondere Fähigkeiten nützen im Tennis, aber nicht beim Investieren in Wertschriften

Wenn Sie besser sind als die anderen, können Sie auch besser performen. Doch was zeichnet jemanden aus, der besser ist als die anderen? Was ist besonders an ihm oder ihr? Jeder kann heute an der Börse investieren. Jeder hat freien Marktzugang. Alle Informationen sind jederzeit verfügbar.

Im Fussball oder Tennis ist es relativ klar. Da helfen besondere Fähigkeiten, besser zu spielen. Das Glück spielt auch eine Rolle, ob man als Tennisspieler einen guten Tag einfährt, aber auf lange Sicht kommt es einzig auf die Fähigkeiten an, und natürlich das Training.

Genau das Gegenteil ist beim Investieren an der Börse der Fall. Die eigenen Fähigkeiten oder die des Fondsmanagers sind kaum von Bedeutung. Auch Training nützt herzlich wenig. Es hängt viel mehr vom Glück ab, ob man den richtigen Einstiegszeitpunkt trifft oder nicht.

Und wann dieser perfekte Zeitpunkt ist, erfahren wir immer erst im Nachhinein, ausser die Personen mit den wirklich «besonderen» Fähigkeiten natürlich #IronieOff

Fazit

Sie sehen also. Obwohl wir uns redlich bemüht haben. Es ist nicht möglich, die Marktbewegungen vorauszusagen. Deshalb bleibt es dabei: Rendite und Risiko sind untrennbar miteinander verbunden.