Man kann nicht wählen, ob man in die AHV einbezahlt oder nicht. Die AHV als 1. Säule im Schweizer Vorsorgesystem ist obligatorisch.

Und dennoch ist es eine interessante Frage, ob einem die AHV etwas bringt oder nicht? Dieser Frage möchten wir in diesem Beitrag nachgehen, indem wir die AHV-Beiträge und die AHV-Renten einander gegenüberstellen.

Berechnung des «Returns» aus der AHV

Berechnungsgrundlagen

Bei der Berechnung des durchschnittlichen Einkommens gehen wir von durchschnittlich 10’000 Franken Erziehungs- und Betreuungsgutschriften aus, 8’000 Franken für Kinder und 2’000 Franken für die Pflege von Verwandten. Auf diese Gutschriften muss man keine AHV-Beiträge bezahlen. Sie führen aber zu einer höheren Rente.

Zudem rechnen wir durchgehend mit den aktuell gültigen Beitragssätzen. Aktuell bezahlt man 8.7 % des Bruttolohns an die AHV (Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen). Auch den minimalen jährlichen AHV-Beitrag von mindesten 503 Franken haben wir berücksichtigt (bei einem Lohn von weniger als 4’747 Franken pro Jahr).

Die Minimalrente beträgt 1’195 Franken und die Maximalrente 2’390 Franken. Als durchschnittliche Rentenzahldauer nehmen wir 20 Jahre an. Die Lebenserwartung liegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen darüber, weshalb wir mit den 20 Jahren auf der «sicheren» Seite sind.

Das führt zu folgenden Rentenzahlungen über 20 Jahre:

  • bei einer Minimalrente: CHF 286’800
  • bei einer Maximalrente: CHF 573’600

Auf eine Zinsrechnung verzichten wir der Einfachheit halber.

Return aus der AHV ab 155’000 Franken Einkommen negativ

Das Ergebnis der Berechnung sieht wie folgt aus:

  1. Durchschnittliche Einkommen von 0 bis 86’040 Franken profitieren durchgehend von der AHV. Der Return (Renten minus Einzahlungen) beträgt zwischen 250’000 und 290’000 Franken (Zahlen wurden gerundet).
  2. Ab 86’040 Franken durchschnittlichem Einkommen nimmt der Nutzen der AHV für die einzelne Person stetig ab. Der Grund ist relativ einfach. Auch mit zunehmendem Einkommen kriegt man keine höhere Rente mehr.
  3. Ab einem Einkommen von rund 155’000 Franken zahlt man mehr AHV-Beiträge als man als Rente wieder zurückbekommt.
  4. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 1 Million Franken zahlt man sechs Mal so viel in die AHV ein, wie man als Rente bekommt.

Nicht berücksichtigt wurden weitere Renten, die im letzten Kapitel aufgezählt werden. Diese weiteren Renten haben natürlich auch einen Nutzen, der aber schwer zu beziffern ist.

Weitere Finanzierungsquellen der AHV

Neben der Umverteilung von reich zu arm, gibt es weitere Finanzierungsquellen, die der AHV das heutige Leistungsniveau ermöglichen. Diese weiteren Einnahmequellen sind:

  • Mehrwertsteuer
  • Steuern auf Tabak und Alkohol
  • Spielbankenabgabe
  • Allgemeiner Bundesbeitrag

Die zusätzlichen Beiträge an die AHV machen rund 25 % der Einnahmen der AHV aus.

Weitere Rentenansprüche aus der AHV

Die AHV zahlt nicht nur eine Altersrente, sondern auch noch andere Renten.

Kinderrente

Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben und noch Kinder unter 18 Jahren haben (in Ausbildung bis 25 Jahren), erhalten eine Kinderrente von 40 % der Altersrente.

Waisenrente

Kinder bis 18 Jahren (in Ausbildung bis 25 Jahren) erhalten eine Waisenrente, wenn deren Vater oder Mutter gestorben ist. Sie beträgt 40 % der Altersrente. Wenn beide Elternteile gestorben sind, beträgt die Waisenrente 60 % der Altersrente.

Witwen-, Witwerrente und Hilflosenentschädigung

Weiter gibt es Witwen- und Witwerrenten, sowie eine Entschädigung für Hilflose.

Mehr Informationen zu den Leistungen der AHV finden Sie hier.