Wenn Sie der Schweiz definitiv den Rücken kehren oder bereits gekehrt haben, können Sie sich Ihre Säule 3a auszahlen lassen.

Sie müssen aber nicht. Sie können das Geld weiterhin in der Schweizer Säule 3a belassen und profitieren so Jahr für Jahr von der Steuerbefreiung der Erträge.

Ab dem Zeitpunkt der Auswanderung können Sie das 3a-Guthaben jederzeit beziehen, auch wenn Sie vorerst darauf verzichtet haben. Spätestens mit Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenaltes müssen Sie es dann beziehen.

Unterschiedliche Besteuerung vor oder nach dem Wegzug ins Ausland

Wenn Sie zum Zeitpunkt des Vorbezugs noch in der Schweiz wohnhaft sind und sich noch nicht abgemeldet haben, bezahlen Sie eine Steuer am Ort Ihres Wohnsitzes in der Schweiz (Kapitalbezugssteuer).*

Sind Sie weggezogen und haben sich bereits abgemeldet? Dann kommt ein anderes System zur Anwendung. Die Steuer wird dann an der Quelle erhoben. Die Vorsorgeeinrichtung zieht die Steuer direkt Ihrem Vorsorgevermögen ab. Sie erhalten nur den Nettobetrag ausbezahlt. Wie hoch die Steuer ist, hängt in diesem Fall nicht von Ihrem (früheren) Wohnsitz ab, sondern vom Sitz der Vorsorgeeinrichtung. Schweizweit am wenigsten Quellensteuer verlangt der Kanton Schwyz, weshalb einige Vorsorgeeinrichtungen Ihr Domizil im Kanton Schwyz haben.

Oft lohnt es sich, zuerst ins Ausland zu ziehen und sich in der Schweiz abzumelden, bevor man den Kapitalbezug tätigt. Die Quellensteuer am Sitz der Vorsorgeeinrichtung ist oft tiefer als die Kapitalbezugssteuer am Wohnort des Vorsorgenehmers. Zudem kann die Quellensteuer unter Umständen zurückgefordert oder angerechnet werden.

* Ein Bezug vor dem Wegzug ins Ausland ist beispielsweise möglich im Rahmen der Pensionierung (+/- 5 Jahre zum ordentlichen Pensionsalter). In diesem Zeitraum hat man die Wahl über das Steuersystem, indem man den Bezugszeitpunkt mit dem Wohnsitzwechsel koordiniert (vor oder nach dem Wegzug). Ist man jünger als 59/60 Jahre, muss der Wegzug natürlich zuerst erfolgt sein, bevor ein Bezug mit der Begründung des definitiven Verlassens der Schweiz erfolgen kann. In diesem Fall kann man die Besteuerungsart also nicht beeinflussen und bezahlt die Quellensteuer am Ort der Stiftung.

Pensionskasse kann nur bedingt bezogen werden

In der 2. Säule sieht das Ganze etwas anders aus. Sie können nicht ohne weiteres das gesamte Guthaben beziehen. Immer möglich ist ein Bezug des überobligatorischen Teils. Den obligatorischen Teil können Sie nur beziehen, wenn Sie

  • entweder in ein Land ausserhalb der EU/EFTA ziehen oder
  • wenn Sie in die EU/EFTA ziehen, aber nicht mehr der Versicherungspflicht für die Risiken Alter, Tod und Invalidität unterliegen.

Eine weitere Möglichkeit, das Obligatorium zu beziehen, ist ein WEF-Vorbezug. Auch Personen, die sich selbstständig machen, können das PK-Obligatorium beziehen.

Wenn keine dieser Fälle vorliegt oder man gar keinen Bezug wünscht, muss man das Guthaben an eine Freizügigkeitseinrichtung transferieren. Dort kann sowohl das Obligatorium als auch das Überobligatorium belassen werden, bis man das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht. Bis fünf Jahre vor oder nach dem ordentlichen AHV-Rentenalter kann das Geld schliesslich bezogen werden.

Wer zum Zeitpunkt des PK-Austritts auf einen Bezug verzichtet, obwohl er das Geld hätte beziehen können, ist nicht bis zur Pensionierung gebunden. Diese Personen können das Geld, das sie an eine Freizügigkeitseinrichtung transferieren liessen, jederzeit abrufen (sofern die Bedinungen für den Bezug nach wie vor gegeben sind).

Ein Übertrag des Pensionskassenguthabens an die neue Vorsorgeeinrichtung im neuen Wohnland ist nicht möglich.

Anspruch auf AHV-Rente bleibt möglicherweise erhalten

Mit den AHV-Beiträgen spart man kein persönliches Alterskapital an. Trotzdem bleibt der Anspruch auf eine AHV-Rente bestehen, wenn man:

Ein allfälliger Anspruch auf eine AHV-Rente muss bei der Ausgleichskasse selbst angemeldet werden.