Einblicke in die Ausgestaltung von 1e-Plänen

Dass 1e-Vor­sor­ge­plä­ne vie­le Vor­tei­le haben, ist bekannt. Im fol­gen­den Bei­trag möch­ten wir einen Schritt wei­ter gehen und einen Ein­blick geben in die Aus­ge­stal­tung von sol­chen 1e-Plä­nen. Dies nach Errei­chen eines Mei­len­steins. Denn die durch fin­pen­si­on ver­wal­te­te Sam­mel­stif­tung your­pen­si­on zählt seit 1. Janu­ar 2020 über 100 ange­schlos­se­ne Unter­neh­men mit rund 1’000 Ver­si­cher­ten. Für die Aus­wer­tung wur­den 109 Unter­neh­men mit 133 Vor­sor­ge­plä­nen berück­sich­tigt. Bonus­plä­ne wur­den nicht in die Aus­wer­tung auf­ge­nom­men, da sie oft ande­ren Gesetz­mäs­sig­kei­ten unter­lie­gen.

Management Summary

  • Ledig­lich 16 Pro­zent der Vor­sor­ge­plä­ne begin­nen mit 18 Jah­ren, die kla­re Mehr­heit erst mit 25 Jah­ren.
  • Ein gros­ser Anteil der unter­such­ten Plä­ne nutzt das vol­le gesetz­li­che Poten­ti­al beim Spa­ren aus (25 % Spar­bei­trag von 127’980 bis 853’200 Fran­ken).
  • 70 Pro­zent der Plä­ne ken­nen einen ein­heit­li­chen Spar­bei­trags­satz für alle Alters­ka­te­go­ri­en.
  • Die Arbeit­ge­ber über­neh­men einen grös­se­ren Anteil an den Risi­ko­ko­sten als an den Spar­bei­trä­gen.
  • Der ver­si­cher­te Risi­ko­lohn wird eher nach oben begrenzt als der Spar­lohn.
  • Mehr als die Hälf­te der Plä­ne hat einen mini­mal ver­si­cher­ten Lohn defi­niert.

Beginn des Sparprozesses und der Risikoversicherung

21 der Vor­sor­ge­plä­ne begin­nen bereits mit 18 Jah­ren zu grei­fen, 112 erst im Alter von 25 Jah­ren. War­um das so ist, lässt sich ein­fach erklä­ren. Der Gesetz­ge­ber sieht in sei­nen Min­dest­vor­ga­ben für das BVG-Obli­ga­to­ri­um vor, dass der Spar­pro­zess erst mit 25 Jah­ren beginnt. Dar­an ori­en­tie­ren sich auch vie­le Pen­si­ons­kas­sen. Nur weni­ge redu­zie­ren das Ein­tritts­al­ter für Spar­bei­trä­ge auf 18 Jah­ren. Wird nun ein 1e-Plan für Löh­ne über 127’980 Fran­ken auf­ge­setzt, über­nimmt man gewöhn­lich die Rege­lung aus der Basis­kas­se.

Im Gegen­satz zur Basis­kas­se, wo die Risi­ko­ver­si­che­rung gene­rell bereits mit 18 Jah­ren beginnt, gibt es im 1e-Plan in der Regel kei­ne Unter­schei­dung des Ein­tritts­al­ters fürs Spa­ren und die Risi­ko­deckung. Bei­de begin­nen ent­we­der mit 18 oder mit 25 Jah­ren, aus­nahms­wei­se auch dazwi­schen (2 Fäl­le mit 20 Jah­ren).

Höhe der Sparbeiträge

In 94 der 133 Vor­sor­ge­plä­nen sind die Spar­bei­trä­ge line­ar, das heisst die Bei­trags­sät­ze sind für alle Alters­ka­te­go­ri­en gleich hoch. Mehr als die Hälf­te die­ser Vor­sor­ge­plä­ne haben einen Spar­bei­trag von 25 Pro­zent (Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer zusam­men), was dem gesetz­li­chen Maxi­mum ent­spricht.

Die übri­gen 39 Plä­ne ken­nen kei­nen ein­heit­li­chen Spar­bei­trags­satz. Die Spann­wei­te bewegt sich von 7 bis 25 Pro­zent, der Durch­schnitt von 12 Pro­zent in der Kate­go­rie 25–34 bis 20 Pro­zent in der Kate­go­rie 55–65. Bei gestaf­fel­ten Spar­bei­trä­gen wären auch Sät­ze von über 25 Pro­zent erlaubt, da das gesetz­li­che Maxi­mum von 25 Pro­zent grund­sätz­lich ledig­lich im Durch­schnitt ein­ge­hal­ten wer­den muss (steu­er­recht­li­che Beur­tei­lung vor­be­hal­ten).

25–3435–4445–5455–65
Tief­ster Wert7%9%11%12%
Mit­tel­wert12%14%18%20%
Höch­ster Wert22%22%25%25%

Anteil des Arbeitnehmers an den Spar- und Risikobeiträge

Der Gesetz­ge­ber schreibt vor, dass der Arbeit­ge­ber min­de­stens 50 Pro­zent der Spar- und Risi­ko­bei­trä­ge über­nimmt. Bei den Spar­bei­trä­gen gehen zwei Drit­tel der Arbeit­ge­ber wei­ter und über­neh­men einen grös­se­ren Anteil an den Spar­bei­trä­gen. Der Arbeit­neh­mer muss ledig­lich 40, 33, 25 oder 20 Pro­zent tra­gen. Bei einem Drit­tel der unter­such­ten Plä­ne wer­den die Bei­trä­ge pari­tä­tisch finan­ziert; Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer zah­len bei­de gleich viel, je 50 Pro­zent.

Bei den Risi­ko­bei­trä­gen über­neh­men die Arbeit­ge­ber noch etwas mehr. Fast ein Drit­tel der Arbeit­ge­ber trägt die gesam­ten Risi­ko­ko­sten. In gleich vie­len Plä­nen ist die Auf­tei­lung 50 / 50. Der Rest ver­teilt sich auf gän­gi­ge Wer­te.

Dass die Arbeit­ge­ber einen höhe­ren Anteil an den Risi­ko­bei­trä­gen über­neh­men, ist damit zu begrün­den, dass die Risi­ko­bei­trä­ge im Ver­hält­nis zu den Spar­bei­trä­gen viel tie­fer aus­fal­len.

Gesetzliche Einschränkungen für Wahlpläne

Wenn der Arbeit­neh­mer aus ver­schie­de­nen Plä­nen aus­su­chen kann, spricht man von Wahl­plä­nen. In die­sen Wahl­plä­nen sind die Spar­bei­trags­sät­ze des Arbeit­neh­mers unter­schied­lich hoch. Der Spar­bei­trag des Arbeit­ge­bers muss jedoch inner­halb eines Kol­lek­tivs immer gleich hoch sein.

Ein Kol­lek­tiv muss durch objek­ti­ve Kri­te­ri­en defi­niert wer­den, bei­spiels­wei­se durch die Kader­stu­fe, die Funk­ti­on, die Höhe des Lohns oder das Alter. Der Arbeit­ge­ber kann maxi­mal drei Wahl­plä­ne pro Kol­lek­tiv anbie­ten. Die Spar­bei­trä­ge des Arbeit­ge­bers und des Arbeits­neh­mers dür­fen zusam­men im «klein­sten» Plan nicht tie­fer sein als zwei Drit­tel der Spar­bei­trä­ge im «gröss­ten» Plan.

Planminimum und ‑maximum

Bei den Plan­li­mi­ten wird es etwas lang­wei­lig. Eine sehr gros­se Mehr­heit ori­en­tiert sich an den gesetz­lich vor­ge­ge­be­nen Plan­li­mi­ten von min­de­stens 127’980 und maxi­mal 853’200 Fran­ken. 71 Pro­zent der Plä­ne gel­ten für Löh­ne zwi­schen 127’980 und 853’200 Fran­ken. Sie nut­zen damit das vol­le gesetz­li­che (Steuer-)Sparpotential aus.

Spa­ren
Anteil Vor­sor­ge­plä­ne mit Plan­mi­ni­mum von CHF 127’98078 %
Anteil Vor­sor­ge­plä­ne mit Plan­ma­xi­mum von CHF 853’20088 %
Anteil mit Plan­mi­ni­mum von CHF 127’980 und Plan­ma­xi­mum von CHF 853’20071 %

Beim Risi­ko sieht es gering­fü­gig anders aus, was dar­auf zurück­zu­füh­ren ist, dass der Risi­ko­lohn öfters begrenzt wird als beim Spa­ren. Das hängt damit zusam­men, dass der Nut­zen einer Risi­ko­ver­si­che­rung mit zuneh­men­dem Ein­kom­men sinkt.

Risi­ko
Anteil Vor­sor­ge­plä­ne mit Plan­mi­ni­mum von CHF 127’98078 %
Anteil Vor­sor­ge­plä­ne mit Plan­ma­xi­mum von CHF 853’20074 %
Anteil mit Plan­mi­ni­mum von CHF 127’980 und Plan­ma­xi­mum von CHF 853’20061 %

Minimal versicherter Lohn

Wer­den die Auf­nah­me­kri­te­ri­en für den 1e-Plan erfüllt, stellt sich die Fra­ge, wie viel Lohn min­de­stens ver­si­chert wird. War­um die­se Fra­ge wich­tig ist: In der Regel ken­nen 1e-Stif­tun­gen Admi­ni­stra­ti­ons­pau­scha­len pro Ver­si­cher­ten und Jahr. Ohne mini­mal ver­si­cher­ten Lohn kann es ein ungün­sti­ges Ver­hält­nis von den Kosten zu den Bei­trä­gen geben. Im Extrem­fall sind die Bei­trä­ge (Spa­ren und Risi­ko) tie­fer als die jähr­li­che Pau­scha­le. Bei­spiel: Lohn 128’000 — Koor­di­na­ti­ons­ab­zug 127’980 = 20 Fran­ken ver­si­cher­ter Lohn

  • Spar­bei­trä­ge 20 % x 20 = 4 Fran­ken
  • Risi­ko­bei­trä­ge z. B. 1.5 % x 20 = 0.30 Fran­ken
  • Admi­ni­stra­ti­ons­pau­scha­le = 100 Fran­ken
  • Total Kosten = 104.30 Fran­ken

Durch einen mini­mal ver­si­cher­ten Lohn kann man dem ent­ge­gen­wir­ken. Der mini­mal ver­si­cher­te Lohn kommt dann zur Anwen­dung, wenn die Ein­tritts­schwel­le über­schrit­ten wird. In 47 Pro­zent der unter­such­ten Plä­ne ist ein mini­mal ver­si­cher­ter Lohn defi­niert, und zwar auf der Höhe der mini­ma­len AHV-Ren­te von 14’220 Fran­ken. Wei­te­re neun Pro­zent haben den mini­mal ver­si­cher­ten Lohn des BVG-Obli­ga­to­ri­ums von 3’555 Fran­ken ein­ge­setzt. Über 40 Pro­zent der Plä­ne sieht kei­nen mini­mal ver­si­cher­ten Lohn vor.

Die 1e-Sam­mel­stif­tung von your­pen­si­on ver­rech­net eine Admi­ni­stra­ti­ons­pau­scha­le von 100 Fran­ken pro Ver­si­cher­ten. Ande­re Sam­mel­stif­tun­gen ver­lan­gen deut­lich mehr, bei­spiels­wei­se 350 oder 500 Fran­ken.

Wir stel­len Ihnen ger­ne einen voll­stän­dig indi­vi­dua­li­sier­ten und auf Ihre bestehen­de Vor­sor­ge abge­stimm­ten Vor­sor­ge­plan zusam­men und offe­rie­ren Ihnen die­sen zusam­men mit einer kosten­gün­sti­gen und quel­len­steu­er­op­ti­mier­ten Anla­ge­lö­sung. Denn die Anla­ge­sei­te darf bei der Beur­tei­lung einer 1e-Lösung nicht ver­nach­läs­sigt wer­den.